Mittwoch, 22. April 2020

Das Virus ist auch in den Tränen

Das SarsCov2-Virus ist von italienischen Forschern auch in den Tränen einer Patientin isoliert worden. Ausgehend von einem Augenabstrich konnten die Wissenschaftler des römischen Krankenhauses „Spallanzani“ zeigen, dass sich der Virus auch in den Bindehäuten vermehren kann.

Die italienischen Forscher konnten beweisen, dass das Virus sich neben dem Atmungssystem auch in der Bindehaut vermehren kann.
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Die italienischen Forscher konnten beweisen, dass das Virus sich neben dem Atmungssystem auch in der Bindehaut vermehren kann. - Foto: © shutterstock
Untersuchungen beweisen, dass die Augen nicht nur einer der Eingänge für das Virus sind, sondern auch „potenzielle Ansteckungsquellen“ sind, geht aus der Studie hervor. Der Augenabstrich wurde 3 Tage nach dem Krankenhausaufenthalt einer auf Covid-19 positiv getesteten Patientin genommen, die Ende Jänner in das Spallanzani-Krankenhaus eingeliefert wurde.

So konnten die Forscher beweisen, dass das Virus sich neben dem Atmungssystem auch in der Bindehaut vermehren kann. Dies sei eine Entdeckung, die „wichtige Auswirkungen auch auf die öffentliche Gesundheit“ haben könne, so die Forscher, die die Ergebnisse ihrer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitteilten.

„Diese Forschung zeigt, dass die Augen nicht nur eines der Tore für das Eindringen des Virus in den Körper, sondern auch eine potenzielle Ansteckungsquelle sind“, kommentierte Concetta Castilletti, die an der Forschung beteiligt war. Sie betonte die Notwendigkeit einer angemessenen Verwendung von Schutzvorrichtungen in Situationen wie Augenuntersuchungen, die bisher im Vergleich zu den Ansteckungsrisiken als relativ sicher angesehen wurden.

Die Forschung zeigte auch, dass Augenabstriche positiv sein können, auch wenn die Proben im Atmungsbereich keine Spuren des Virus mehr aufweisen. Während die Abstriche im Atmungsbereich nach 3 Wochen negativ waren, fanden sich in den Augenabstrichen noch nach 27 Tagen leicht positive Ergebnisse. Weitere Studien seien erforderlich, um zu prüfen, wie lange das Virus noch aktiv und möglicherweise unter Tränen infektiös ist, hieß es in Rom.

apa/stol