Dienstag, 08. August 2017

Das Wipptal rüstet sich für ein Jahrhundert-Hochwasser

Die Bilder zum Unwetter und den gewaltigen Schäden im Wipptal 2012 sind nicht in Vergessenheit geraten. Ebenso wie die zwei Todesopfer. Um künftig für ein Jahrhundert-Hochwasser gerüstet zu sein, wird mit Schutzbauten massiv gegengesteuert. Unter anderem sollen drei Brücken neu entstehen, weil das Flussbett verbreitert wird.

Arbeiten zum Hochwasserschutz bei der Flainser Brücke in Sterzing. - Foto: LPA/Abteilung Tiefbau
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Arbeiten zum Hochwasserschutz bei der Flainser Brücke in Sterzing. - Foto: LPA/Abteilung Tiefbau

Zwei tote Frauen und 10 Millionen Euro an Schäden: Die Bilanz des Unwetters im Wipptal Anfang August 2012 war überaus tragisch. Vor allem in Pfitsch bot sich eine Bild der Zerstörung. 

Drei Brücken neu bauen

Im Rahmen des EU-Förderprogrammes "Investitionen in Wachstum und Beschäftigung EFRE 2014-2020" wird seit mehreren Jahren das Bachbett des Eisacks in den Gemeinden Sterzing und Pfitsch auf einer Länge von rund 700 Meter aufgeweitet und eingetieft, um ein Jahrhundert-Hochwasser schadlos abzuführen.

Hochwasserschutz: der Lageplan zu den geplanten Eingriffen in den Gemeinden Sterzing und Pfitsch. 

"Ein wichtiger Teil der Sicherungsarbeiten ist auch die Anpassung des Straßennetzes an das breitere und tiefere Flussbett der Eisack, dabei müssen drei Brücken in der Nähe des Bahnhofs neu gebaut werden, um den Hochwasserschutzbestimmungen zu entsprechen", erklärt Tiefbaulandesrat Florian Mussner.

Mittels einer Vereinbarung soll nun die Projektierung und der Bau der Brücke Flains samt Fußgänger- und Radfahrerunterführung geregelt werden, für dessen Neubau sowohl die Abteilung Tiefbau als auch die Agentur für Bevölkerungsschutz und die Gemeinde Sterzing zuständig sind. Die entsprechende Konvention wurde am Dienstag von der Landesregierung genehmigt.

Wer baut und finanziert was?

Die Agentur für Bevölkerungsschutz finanziert den Unterbau der Brücke, die Abteilung Tiefbau den Überbau sowie die Entwässerungseinrichtungen und die Gemeinde Sterzing den Bau der Fußgängerunterführung samt Zugängen. Nach der Unterzeichnung der Konvention soll bereits im Herbst mit den Arbeiten begonnen werden. Für den gesamten baulichen Eingriff im Bereich der Flainer Brücke ist die Agentur für Bevölkerungsschutz zuständig. Der Bau soll insgesamt 971.000 Euro kosten.

Im Laufe der kommenden Jahre werden dann schrittweise auch die naheliegenden Brücken "Hofer" mit 2,4 Millionen Euro und "Nordeinfahrt Sterzing" mit 3,3 Millionen Euro neu errichtet werden. Den Abbruch und Wiederaufbau der beiden Brücken übernimmt die Abteilung Tiefbau, da diese in den Zuständigkeitsbereich des Landes fallen.

Sicherheit für Sterzing und Pfitsch

Abgeschlossen sind hingegen die Arbeiten zur Errichtung eines 200 Meter langen Dichtschirms mit Hilfe von Erdbetonsäulen im bestehenden Damm orographisch links des Eisacks flussaufwärts bis zur Flainser Brücke. Zudem wurde auf einer Länge von etwa 100 Metern und im Abstand von rund neun Metern zum Flussdamm eine Stahlbetonmauer verwirklicht.
Mit diesem mittlerweile sechsten Baulos wurde die Sicherheit vor Hochwasser für die bachnahen Gebiete in den Gemeinden Sterzing und Pfitsch weiters erhöht.

stol/lpa

stol