<b>Von Florian Mair</b><BR /><BR />Sichtlich erleichtert war Erhard am Samstag, als bekannt gegeben wurde, dass er der neue Zentralratspräsident der Südtiroler Vinzenzgemeinschaft ist. <BR /><BR /><b>Herr Erhard, das erwartete Kopf-an-Kopf-Rennen um das Präsidentenamt ist ausgeblieben. Sie haben mit 16 Stimmen Vorsprung klar gewonnen. Waren Sie überrascht?</b><BR />Heinrich Erhard: Ja, ich war im positiven Sinne sehr überrascht. Ein so deutliches Ergebnis hätte ich mir sicher nicht erwartet. <BR /><BR /><b>Welches Vorhaben werden Sie zuallererst angehen? </b><BR />Erhard: Mein erstes Ziel ist es, Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Vinzenzgemeinschaft möglichst rasch zu überwinden. Georg Oberrauch und ich hatten bei der Kandidatenpräsentation am Samstag eine etwas abweichende Vorstellung zur künftigen Vorgehensweise, vor allem im Bezug auf die Reinvestition des Geldes aus dem Verkauf des Altersheims Schloss Moos in Wiesen im Wipptal. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1023012_image" /></div> <BR /><BR /><b>Ihr Vorgänger Josef Haspinger hätte damit gerne Wohnungen für Bedürftige gekauft...</b><BR />Erhard: Es ist auch mein Vorschlag, dieses Geld – es geht um etwa 3 Millionen Euro – in Wohnungen zu investieren. Und diese sollen dann primär Familien in Notlagen und wohnungslosen Personen mit Arbeitsvertrag zu erschwinglichen Preisen zur Verfügung gestellt werden. <BR /><BR /><b>Was sagen Sie zu Haspingers Kritik, dass es bei einzelnen Vinzenzgeschwistern am nötigen vinzentinischen Geist fehle?</b><BR />Erhard: Ich bin auch der Meinung, dass bei einigen Vinzenzgeschwistern der vinzentinische Geist zu wünschen übrig lässt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1023015_image" /></div> <BR /><BR /><b>Sie wurden aufgrund von Abschussdekreten für Murmeltiere zu hohen Geldstrafen verurteilt und gerieten in Not...</b><BR />Erhard: Ich war in einer Notlage und habe unerwartet viel Solidarität erlebt, auch von Personen, von denen ich es mir nie erwartet hätte. In diesem Geiste möchte ich meinen Teil zurückgeben. <BR /><BR /><b>Haben Sie das Amt des Zentralratspräsidenten angestrebt?</b><BR />Erhard: Nein. Zuerst hat mich Josef Haspinger gefragt, ob ich bereit wäre, dafür zu kandidieren. Dann hat er mich überredet und schließlich überzeugt. Und ich danke für das große Vertrauen. <BR /><BR /><b>Wie schätzen Sie die Not in Südtirol ein?</b><BR />Erhard: Sie ist eher steigend, weil die Lebenskosten nach oben gehen. Es ist auch schwierig, eine angemessene Wohnung zu einem erschwinglichen Preis zu finden. Nicht nur Zugewanderte, sondern auch waschechte Südtiroler, besonders kinderreiche Familien, kämpfen mit Problemen. <BR /><BR /><b>„D“: Bleiben Sie auch im Burggrafenamt Vorsitzender der Vinzenzgemeinschaft?</b><BR />Erhard: Nein. Die Ämter des Zentralratspräsidenten und des Vizepräsidenten sind mit dem Bezirksvorsitz nicht vereinbar. <BR />