Innichen ist eines der teuersten Pflaster des Landes. Von 10.000 Euro/Quadratmeter aufwärts muss man für bindungsfreie Wohnungen hinblättern. Selbst für konventionierte Wohnungen sind es laut Bürgermeister Klaus Rainer 7.000 Euro/Quadratmeter. „Antworten geben wir, indem wir eine Wohnbauzone von 15.000 Quadratmetern ausgewiesen haben.“ 70 Wohnungen für Ansässige, vom geförderten Reihenhaus zur Etagenwohnung, sollen hier entstehen. Ein guter Teil als Wohnen mit Preisbindung.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1274460_image" /></div> <BR /><BR />Dieses fußt auf einer Vereinbarung zwischen (privaten) Bauherren und Gemeinden, mit der 60 Prozent des Bauvolumens für preisgebundene Wohnungen vorgesehen werden. Die Gemeinde verzichtet dabei auf den urbanistischen Mehrwert, der ihr aufgrund der Umwidmung der Flächen zusteht. Allerdings nicht umsonst. Vielmehr muss der Bauträger den Planungsmehrwert vom Kaufpreis der Wohnungen abziehen, was diese verbilligt. Zusammen mit einer kostengünstigeren Bauweise mit Etagenwohnungen ohne überproportionale Stiegenhäuser und Zusatzflächen sollen Käufer um rund ein Viertel billiger davonkommen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1274463_image" /></div> In Toblach entstehen 20 Wohnungen mit Preisbindung um 3.400 Euro/Quadratmeter. Freie Wohnungen kosten in Toblach 10.000/12.000 Euro pro Quadratmeter. „Baukommission, Gemeindeausschuss, Landeskommission haben grünes Licht gegeben. Jetzt stehen wir vor dem Gemeinderat“, sagt Bürgermeister Martin Rienzner.<h3> 15 Projekte mit Umsetzung gestartet</h3> Rund ein Jahr nach Inkrafttreten der Durchführungsverordnung hat sich Landesrat Peter Brunner mit einer Umfrage an die Gemeinden gewandt. Die Hälfte hat bereits geantwortet. „15 Projekte sind mit der Änderung des Bauleitplans, Ausschreibung oder Zuweisung in konkreter Umsetzung und zwar u.a. in Brixen, Kiens, Vöran, Natz-Schabs, Wolkenstein, Ratschings, Wengen, Innichen, Toblach, Prad, Schlanders und Eppan“, sagt Brunner. Zähle man die ausständigen Antworten dazu, komme man auf rund 25 Projekte. Lajen und Kastelruth seien noch vor der Durchführungsverordnung mit ähnlichen Projekten wie die Preisbindung gestartet. Lajen arbeite jetzt am zweiten Baulos.<BR /><BR />„Wir sind derzeit in einer Umbruchphase. Alle Gemeinden arbeiten an ihren Entwicklungsprogrammen. Viele haben uns geschrieben, dass sie dabei Flächen für das Wohnen mit Preisbindung vorsehen wollen“, so Brunner. Allemal habe sich bei den bereits laufenden Projekten gezeigt, dass man den anvisierten Preis von 3.500 Euro/Quadratmeter in der Peripherie und 3.900 Euro im Urbanen halten könne. „Also rund ein Viertel günstiger als sonst“, so Brunner. In Sprechstunden sei der Preisdeckel ein großes Thema. Demnächst starte eine neue Info-Runde für Gemeindeverwalter. <BR /><BR />Bleibt zu sagen, dass das Modell Wohnen mit Preisbindung nicht für alle Gemeinden interessant ist. Auch im Hochpreisland Südtirol gibt es periphere Gemeinden mit niederen Immobilienpreisen, die nur knapp über den Baukosten liegen. <h3> Konventionierung</h3>Jeder neue Wohnraum in Südtirol ist zu 100 Prozent zu konventionieren, d. h. für Menschen zu reservieren, die in Südtirol ihren Wohnsitz oder einen Arbeitsvertrag haben. Diese Botschaft wollte sich die Landesregierung bei der Wohnbaureform im Sommer 2025 nicht verwässern lassen. Eine Ausnahme gab es aber doch: Beim Wohnen mit Preisbindungen dürfen strukturschwache Gemeinden von der Konventionierung abweichen. Damit kann ein kleiner Teil von 16 Prozent der Wohnungen in einer Zone auch an Auswärtige verkauft werden. Darüber wurde ewig gestritten. „Letztendlich haben wir dem aber zugestimmt, denn strukturschwache Gebiete haben eigene Bedürfnisse und wir wollten nicht alle Gemeinden über einen Kamm scheren“, sagt Landesrat Peter Brunner. Die große Aufregung von damals war rückwirkend betrachtet wohl überzogen. „Wir haben zumindest bis jetzt noch keine einzige Anfrage aus den Gemeinden bekommen, beim Wohnen mit Preisbindung von der 100-prozentigen Konventionierung abzuweichen“, sagt Landesrat Peter Brunner.