„Dass keinerlei Überreste zurückbleiben, dürfte fast nur im Krematorium der Fall sein“, sagte Primar Mazzoleni am Montagvormittag im Gespräch mit uns. <BR /><BR />Im Krematorium wird der Leichnam samt Sarg bei Temperaturen über 1000 Grad Celsius eingeäschert – Überreste bleiben keine übrig. „Dass ein Brand im Freien derart hohe Temperaturen erreicht, scheint mir unmöglich“, so Dr. Mazzoleni. „Ein solches Feuer müsste in einem geschlossenen Raum, etwa einem Tunnel, entfachen, um diese Hitze zu erzeugen.“<BR /><BR /><embed id="dtext86-67362048_quote" /><BR /><BR />So zersetzen sich die Weichteile wie Fett oder Muskeln rasch. „Dies gilt allerdings nicht für die Knochen“, erklärte Dr. Mazzoleni. „Etwa bei den Zähnen oder dem Schädel sind für eine Zersetzung extrem hohe Temperaturen nötig.“ Metallische Gegenstände wie Prothesen hingegen überleben sogar die Hitzen des Krematoriums. „Sie sind mit großer Wahrscheinlichkeit deformiert, aber nachweisbar“, unterstrich der Pathologe.<BR /><BR /><embed id="dtext86-67363122_quote" /><BR /><BR />An einen Fall wie jenen in Pfitsch erinnert sich Dr. Mazzoleni nicht zurück. „Ich hatte mit verbrannten Personen zu tun – etwa nach Hausbränden oder Unfällen –, aber Überreste waren stets nachweisbar“, sagte er.