Donnerstag, 25. März 2021

Datenpanne: Südtirols Corona-Zahlen schießen in die Höhe

Südtirols Coronavirus-Fälle sorgten kürzlich international für Aufsehen. Aufgrund eines Übermittlungsfehlers schossen die Zahlen in Grafiken weltweit in die Höhe.

So stellte der Economist die Corona-Lage in Südtirol dar.
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So stellte der Economist die Corona-Lage in Südtirol dar. - Foto: © Screenshot/Economist
Ein Blick auf die Corona-Grafiken in den internationalen Medien ließ am Montag wohl einige Leser, von Italien bis in die USA, staunen. Denn: Südtirols Coronavirus-Zahlen schossen extrem und in unrealistischer Art und Weise in die Höhe. Fast 11.000 neue Fälle an einem Tag wurden für Südtirol gemeldet.

Wie das italienische Nachrichtenportal „Il Post“ am Donnerstag berichtet, ist dies auf eine Panne bei der Übermittlung der Südtiroler Coronavirus-Fälle zurückzuführen. So habe Südtirol an den italienischen Zivilschutz die Antigentests, die vor dem 15. Jänner gemacht worden waren, übermittelt, damit diese den PCR-Tests hinzugefügt werden.

Während in Südtirol die Daten bereits seit einiger Zeit aktualisiert worden waren, sorgten die Neuberechnungen mit 10.692 neuen Fälle (von denen bereits 10.665 nicht mehr als aktiv infiziert aufscheinen, da geheilt oder gestorben) vor allem bei den internationalen Grafiken in Medien aus aller Herren Länder für Chaos.

Unter anderem im britischen „Economist“ wurden Grafiken veröffentlicht. Die 10.692 neuen Corona-Fälle aus Südtirol verzerrten etwa das Bild der 7-Tages-Inzidenz.



Aufgrund der Datenübermittlung aus Südtirol schossen die Zahlen in der „New York Times“ für ganz Italien in die Höhe.


Nicht zuletzt sorgten die Südtiroler Coronavirus-Zahlen auch in Italien für Aufsehen, im „Sole24Ore“ etwa wurde diese Grafik veröffentlicht.

Wie der Südtiroler Sanitätsbetrieb erklärt habe der Zivilschutz in Rom die Erläuterung des Sanitätsbetriebs übersehen.

„Rom hat die positiven Antigen-Tests bis zum 15. Jänner nicht als bestätigte Fälle gewertet – wir haben die eigentlich schon ab der Massentestung mitgeteilt und als Infektionsfälle gezählt“, erklärt Lukas Raffl, Leiter der Kommunikationsabteilung im Sanitätsbetrieb. Aus diesem Grund war die Gesamtzahl der hierzulande festgestellten Covid-19-Ansteckungen auf den Seiten des italienischen Zivilschutzes und in allen Datensätzen außerhalb Südtirols niedriger als jene des Sanitätsbetriebs und des Zivilschutzes hierzulande – das wollte man am Montag ändern.

Folglich wurden neben den 35 Neuinfektionen von Montag auch jene fast 11.000 Fälle, die vor dem 15. Jänner mit Antigen-Abstrich positiv getestet worden waren, nach Rom übermittelt. Mit der Anmerkung, dass dies Infektionen waren, die Ende 2020 bis 15. Jänner 2021 erfasst wurden.

In Rom wurde diese Erläuterung übersehen – und alle Zahlen in die Datenbank eingetragen. Bis der Fehler richtiggestellt wurde, flossen die Daten weltweit in die Tabellen ein.

stol/dol

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