Freitag, 24. Mai 2019

Dejori: „Man kann es nicht jedem Recht machen“

Am Mittwoch hat der Gemeinderat von Welschnofen endgültig das Projekt des Glasturms „Touch the Dolomites“, der auch Laurins Kristall genannt wird, beschlossen. Die am Donnerstag folgende Kritik des Alpenvereins Südtirol, des Dachverbands für Natur- und Umweltschutz, des Heimatpflegeverbands Südtirol und des CAI Alto Adige sorgt bei Bürgermeister Markus Dejori für Kopfschütteln: „Erst am Montag hatten wir 5 Stunden über das Projekt diskutiert.“

Ob Laurins Kristall errichtet werden kann, entscheidet nun das Land. - Foto: Griplan/Tscholl
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Ob Laurins Kristall errichtet werden kann, entscheidet nun das Land. - Foto: Griplan/Tscholl

„In 5 Stunden redet man viel. Und wir waren uns alle einig, dass etwas geschehen muss, um das Gebiet der Kölner Hütte aufzuwerten. Die Hütte selbst hat die Grenzen ihre Kapazitäten erreicht und steht nicht zur Verfügung. Aber dass etwas passieren muss, das hatten alle eingesehen“, erklärt der Bürgermeister von Welschnofen im Gespräch mit STOL.

Um erneut UNESCO-würdig zu sein, müsse ein Besucherzentrum her. Soweit, so unisono. Einzig bei der Ästhetik konnte man sich nicht einigen: „Den Vereinen gefällt der Turm nicht, auch sind sie mit der Position nicht glücklich. Aber man kann es nicht jedem Recht machen.“

Die Vorwürfe der Vereine, man habe das Gutachten der UNESCO nicht beachtet und sich auch deren Vorschläge nicht zu Herzen genommen, weist Dejori ab: „Wir haben die von der UNESCO gewünschten Überarbeitungen gemacht und sind mit diesem Konzept am Mittwoch in den Gemeinderat. Wichtigster Punkt war, dass die Zone klar als öffentliche Einrichtung mit Privatinteresse ausgewiesen wird. Und das wird sie nun. Im Klartext: Die Gemeinde hat das Sagen, und ein Privater übernimmt die Führung.“

Auch für den Architekten Werner Tscholl brach Dejori eine Lanze: „Tscholl hat schon in der Vergangenheit bewiesen, dass er nur dann etwas macht, wenn es sinnvoll ist. So wurden auch seine Umbaupläne für Schloss Sigmundskron lange kritisiert, doch nach Beendigung des Umbaus wurde er positiv angenommen.“

Und weiter: „Schon 2014 hatten Studien gezeigt, dass es an der Zeit war, etwas in der Gegend zu bauen. Bevor es wieder irgendein Museum oder der 10. Themenweg wurde, haben wir uns für dieses Projekt entschieden.“

Der Glasturm soll ein Besucherzentrum beherbergen, in dem die Geschichte der Dolomiten - ganz im Sinne des Namens Touch The Dolomites - erklärt werden soll. Auch Veranstaltungen und Kongresse können hier abgehalten werden. Das Dach soll schließlich als Ausblicksplattform fungieren - auch wenn der Glasturm selbst auch schon einen guten Blick auf das Panorama erlaubt.

Der Ball liegt nun beim Land, das den Entwurf noch absegnen muss. „Wir hoffen, dass das bald geschieht, denn mit der Genehmigung hängt auch der Baustart unserer neuen Kabinenbahn zusammen. Wir hoffen, diese schon in diesem Winter in Betrieb nehmen zu können. Der Turm wird dann an der Bergstation errichtet.“

stol

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