Freitag, 04. Dezember 2020

Demografischer Winter: Zu wenige Babys in Italien

Die Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft drohen die demografischen Probleme Italiens noch zu verstärken. Die Zahl der Neugeborenen 2021 könnte erstmals unter die Schwelle von 400.000 sinken, geht aus Angaben des Statistikamts Istat hervor.

Im kommenden Jahr könnte es laut Berechnungen nicht mehr als 393.000 Geburten geben: weniger als im Jahr 1861.
Im kommenden Jahr könnte es laut Berechnungen nicht mehr als 393.000 Geburten geben: weniger als im Jahr 1861. - Foto: © APA (dpa) / Fabian Strauch
Istat rechnet, dass bis Ende 2020 die Zahl der Neugeborenen von 420.000 auf 408.000 sinken wird. Das ist ohnehin schon der tiefste Stand seit 1861. Im kommenden Jahr könnte es laut diesen Berechnungen womöglich nicht mehr als 393.000 Geburten geben.

Die Ungewissheit um die Entwicklung der Pandemie und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft würden immer mehr Paare davon abhalten, Kinder in die Welt zu setzen.

Das Statistikamt Censis warnte in einem am Freitag veröffentlichten Bericht vor einem „demografischen Winter“, durch den die Bevölkerungszahl in Italien weiter zurückgehe. Im Zeitraum 2014 bis 2019 sei Italiens Bevölkerung bereits um eine halbe Million Einwohner geschrumpft.

Die sinkende Geburtenrate sei unter anderem der niedrigen Beschäftigungsrate der Italienerinnen im Alter zwischen 25 und 54 Jahren zuzuschreiben, die bei 57 Prozent liege. Jene der Männer betrage 89,3 Prozent. Die Coronakrise drohe diesen Trend noch weiter zu verschärfen, warnte Censis in seinem Dossier.

apa