„Durch die illegalen Müllablagerungen in der ganzen Stadt und die damit verbundenen Reinigungsmaßnahmen unserer Mitarbeiter entstehen Mehrkosten von über einer Million Euro jährlich“, rechnet SEAB-Präsident Kilian Bedin vor. <BR /><BR />Diese exorbitanten Kosten entstehen,, weil viele Bürger ihren Müll entweder falsch trennen oder ihn einfach neben den Tonnen der Wertstoffinseln „entsorgen“.<BR /><BR />Doch damit nicht genug, denn wie Umweltstadträtin Chiara Rabini zu berichten weiß, entsorgen auch Bürger anderer Gemeinden ihren Müll gerne in Bozen. „Weil in ihren Gemeinden die Entsorgung in den Recyclinghöfen nur zu bestimmten Zeiten möglich ist, bringen viele ihren Abfall lieber zu uns und entsorgen ihn hier“, erklärte sie. Dass das verboten ist, verstehe sich von selbst. <BR /><BR />Und dann gebe es noch ein drittes Problem: Häufig würden Reinigungsunternehmen, die sich mit der Müllentsorgung bestens auskennen, ihre gesammelten Abfälle einfach illegal ablagern. <h3> 12 neue Videokameras</h3>Bürgermeister Renzo Caramaschi hat für die illegale Müllentsorgung kein Verständnis. „Ich verstehe nicht, dass viele Bürger und Unternehmen in und um Bozen ihren Müll nicht ordnungsgemäß entsorgen können“, sagte er auf der Pressekonferenz. <BR /><BR />Mit 12 neuen Videokameras an neuralgischen Sammelplätzen will die Gemeinde den Müllsündern jetzt auf die Schliche kommen. Deshalb würden bereits seit einiger Zeit 3 Stadtpolizisten täglich das Videomaterial auswerten, sagte Umweltamtsdirektor Renato Spazzini. Dabei werde kontrolliert, wie der Müll an den Wertstoffinseln abgelagert wird und wer ihn dort ablagert. Weil die Kameras auch die Kennzeichen der Autos erfassen, könne man Bürger anderer Gemeinden, die ihren Müll in Bozen entsorgen, ebenfalls ausfindig machen. <BR /><BR />Die Konsequenzen einer illegalen Müllentsorgung sind Geldbußen, die es mittlerweile in sich haben. Unlängst hat die Gemeinde nämlich eine drastische Erhöhung der Strafen beschlossen: Private Müllsünder bezahlen 200 Euro, Unternehmen satte 400 Euro Strafe. Diese Geldbußen gelten auch für Bürger und Unternehmen anderer Gemeinden.<BR /><BR />„Alleine im vergangenen Monat haben wir 250 Strafen ausgestellt“, sagte Rabini. Sollte sich die Müllentsorgung in den kommenden Monaten nicht bessern, dann werde die Gemeinde weitere Maßnahmen ergreifen. Die Strafen alleine sind laut Rabini aber nicht die Lösung. Es gehe auch darum, bei den Menschen ein Bewusstsein für eine ordentliche Müllentsorgung im Sinne des Umweltschutzes zu schaffen.<BR />