Ein lästiges Übel, sowohl im Urlaub, wie auch zu <?Uni SchriftWeite="93ru"> Hause. Als solches wird ein Mückenstich<?_Uni> gerne abgetan. Und juckt es mal unangenehm, dann hilft eine Salbe, einer der praktischen Sticks – oder das gute alte Hausmittel: et<?TrVer> wa angefeuchtetes Salz auf die Schwellung. Schon ist der Stich vergessen.<BR /><BR />Aber: Ein einziger Mückenstich kann zur Übertragung von zig Krankheiten führen. Vor allem jener der tagaktiven Tigermücke <I>(Anm.: Aedesmücke)</I>, die neben den Menschen ein breites Wirtsspektrum zwischen Haustieren, Vögeln, Reptilien und Amphibien hat. Diese Stech-Vielfalt ist es auch, welche die Tigermücke als viralen Vektor so „interessant“ macht – siehe die steigenden Fallzahlen von West-Nil- und nunmehr auch Dengue-Fieber im gesamten italienischen Raum.<BR /><BR />Staatsweit 132 gemeldete Dengue-Fälle <I>(Anm.: Stand 8. September)</I> verzeichnete das römische Gesundheitsministerium seit Jahresbeginn. Und das sind nicht nur importierte Erkrankungen, also von Reiserückkehrern aus tropischen Risikogebieten. Auch die Zahl sog. „autochthoner“ Fälle steigt – also nicht importiert, sondern in weiterer Folge von Mensch zu Mensch via Mücken übertragen. Denn nur so kann sich das Dengue-Virus tatsächlich verbreiten.<BR /><BR />Ein Umstand, der dieser Tage medial sogar in Deutschland für einige Aufruhr sorgte. Einerseits weil die <?Uni SchriftWeite="95ru"> Weltgesundheitsorganisation WHO<?_Uni> ganz generell vor einer offensichtlichen Ausbreitung des Dengue-Virus warnte. Andererseits auch wegen einer Reisewarnung des „Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland“ für das Gardasee-Gebiet. Dort nämlich – also in der Umgebung des südlichen Seeufers (zwischen Brescia und Lodi) – soll ein regelrechter „Lom<?TrVer> bardei-Cluster“ sein. <BR /><BR />Italienweit wurde bislang von neun „autochthonen“ Fällen berichtet, wobei der am 18. August gemeldete „Patient 1“ in der Lombardei nachweislich keine Reisen außerhalb seiner Region unternommen hatte. Ähnlich wie ein weiterer Patient im Latium, der drei Tage später registriert wurde. Bei beiden hospitalisierten Fällen mit schweren Vorerkrankungen gehen die Behörden von einer Infektion via Mückenstich aus.<BR /><BR /><h3> In Südtirol noch kein einziger „autochthoner“ Fall bekannt</h3>Parallel zu den Meldezahlen italienweit, steigt allerdings auch die mediale Aufmerksamkeit. Aus Südtiroler Sicht stellt sich die Frage – bei bangem Blick in Richtung Gardasee & Co sowie auf das „mückenfreundliche“ Spätsommerwetter bzw. die momentan ziemlich stechlustigen Biester: Was kommt da auf uns zu?<BR /><BR />„Jedenfalls keine Infektionswelle“, wie Dr. Elke Maria Erne entwarnt. Als Primaria der „Abteilung für Infektionskrankheiten“ im Südtiroler Sanitätsbetrieb beobachtet sie die laufend aktualisierten Infektionsmeldungen aus Rom und kommt zum Schluss: „Die deutsche Reisewarnung ist definitiv eine Überreaktion! Zumal zwischen dem Cluster bei Lodi und dem Gardasee doch fast 100 Kilometer liegen. Das schafft keine Mücke so weit.“ Denn ein solcher Stich sei der einzige Weg, dass es überhaupt zu einer „autochthonen“ Infektion kommen könne: „Ausgangspunkt ist immer eine importierte Infektion. Dann können Mücken das Dengue-Virus ebenso wie das Zi<?TrVer> ka- oder West-Nil-Virus in relativ unmittelbarer Nähe übertragen.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="939823_image" /></div> <BR /><BR />Und mit Blick auf Südtirol weiß Dr. Erne, sowohl aus der Aktenlage wie aus ihrer eigenen, jahrelangen Erfahrung: „Hierzulande hat es bisher noch keinen einzigen „autochthonen„ Dengue-Fall gegeben. Allerdings muss man korrekterweise ebenso festhalten, dass 80 Prozent der Infektionen mit dem Dengue-Virus von den Betroffenen gar nicht bemerkt werden.“<BR /><BR />Sehr wohl aber gebe es – so die Ärztin weiter – vereinzelte Fälle, dass etwa Südtiroler Rückkehrer aus Tropengebieten mit hohem Infektionsrisiko plötzlich fiebrige Symptome aufwiesen. <BR /><BR />Diesbezüglich seien die Vorgaben an die Hausärzte jedenfalls ganz klar: „Besteht ein Verdacht auf Dengue oder eine ähnliche Krankheit, ist dies meldepflichtig. Dann sind die Patienten über die Erste Hilfe im Krankenhaus Bozen aufzunehmen und in die Abteilung für Infektionskrankheiten zu überstellen.“ Eine spezielle Behandlung bzw. Medikation gegen Dengue aber gebe es nicht, wie Dr. Erne weiters erläutert: „Wir können nur die Symptome therapieren.“ <BR /><BR />Auch präventiv lasse sich derzeit kaum etwas machen, wie die Primaria weiter ausführt: „Es gibt zwei in der EU zugelassene Impfstoffe, die aber kaum verfügbar sind. Auch weil noch zu wenige Studien vorliegen und derzeit etwa in Deutschland ausschließlich Personen geimpft werden, die bereits am Dengue-Fieber erkrankt waren. Denn es gibt Beobachtungen, dass eine Zweit-Infektion meist schwerer verläuft.“<BR /><BR />Doch unabhängig von diesem „Impfproblem“ und unnötiger Reiseangst plädiert Dr. Erne für präventive Maßnahmen ganz anderer Art, auch hierzulande: „Auch das ist ein Effekt der Klima-Erwärmung. Wir werden lernen müssen, Mücken bzw. ihre Stiche generell zu verhindern. Das beginnt beim Entfernen der Brutstätten (stehende Gewässer), geht über Schutzmittel und reicht bis hin zu Mückengittern, wie wir sie aus unserem Urlaub im Süden kennen.“