Ein entsprechendes Ansuchen hat das Denkmalamt bereits an die Landesregierung gestellt. Diese hat eine Entscheidung jedoch vertagt. <BR /><BR />Landeskonservatorin Karin Dalla Torre ließ von Beginn an wenig Zweifel aufkommen: Ihrer Meinung nach ist der Stadel, der zum Komplex des Klosters Muri Gries gehört, schutzwürdig und darf nicht abgerissen werden. Jetzt hat Dalla Torre – nach eingehender Untersuchung – diese Meinung auch offiziell kund getan und zwar in Form eines Antrags an die Landesregierung, das Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen. <h3> Bisher „nur“ Ensembleschutz</h3>Am Dienstag stand dieser Punkt deshalb auf der Tagesordnung der Landesregierung. Entscheidung ist jedoch noch keine gefallen, wie auch die zuständige Landesrätin, Maria Hochgruber Kuenzer, bestätigt. „Es findet ein Dialog statt“, lässt sich die Landesrätin nicht in die Karten blicken. Die Debatte um die Unterschutzstellung des Gebäudes sei nicht neu. Bereits vor Jahren habe man sich damit befasst, fährt Hochgruber Kuenzer fort. <BR /><BR />Allerdings haben Dalla Torres Vorgänger den Stadel letztendlich nie als schutzwürdig angesehen, weshalb das Gebäude bislang „nur“ unter Ensembleschutz gestellt wurde. So kam es auch, dass die Gemeinde Bozen im Sommer 2021 einen Wiedergewinnungsplan genehmigt hat, der ein Bauprojekt mit mehreren Baukörpern auf der Stadel-Fläche vorgesehen hätte. Konkret hätte der ungenutzte Stadel abgerissen werden und neuen Wohnungen Platz machen sollen. <h3> Bauprojekt wackelt</h3>Sollte sich die Landesregierung nun wirklich für die Schutzbindung aussprechen, würde dies das Ende für das Bauprojekt der Immobilia GmbH (bestehend aus Kloster Muri Gries und Diuk) bedeuten. Ein Großteil der Fläche für die neuen Baukörper wäre nicht mehr vorhanden.<BR /><BR /> Stattdessen könnte der Stadel allerdings erhalten, saniert und umgenutzt werden. Im Raum steht derzeit, dass die Landesverwaltung das Gebäude ankauft und den Stadel für öffentliche Einrichtung nutzt. Allerdings ist das mit hohen Kosten verbunden, denn der Kaufwert des Stadels wurde schon auf mehr als 10 Millionen Euro geschätzt, als ihn Bürgermeister Renzo Caramaschi erwerben wollte – ebenfalls mit dem Ziel, das Gebäude zu erhalten.