Samstag, 13. Mai 2017

Der AVS und das Problemkind Mountainbiken am Berg

Der Alpenverein Südtirol blickt auf ein bewegtes Jahr zurück. Viele Ziele wurden erreicht, vieles gibt es aber noch zu tun – etwa beim Mountainbiken am Berg. STOL hat mit dem Geschäftsführer des AVS, Gislar Sulzenbacher, noch vor der Jahreshauptversammlung am Samstag in Bruneck gesprochen.

Der AVS setzt sich in vielen Bereichen für alpinbegeisterte Südtiroler ein, diese  können sich auf wichtige Verbesserungen auf dem Berg, ob renovierte Schutzhütten, besser gepflegte Wege oder vielfältige Aus-und Weiterbildungsangebote freuen.
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Der AVS setzt sich in vielen Bereichen für alpinbegeisterte Südtiroler ein, diese können sich auf wichtige Verbesserungen auf dem Berg, ob renovierte Schutzhütten, besser gepflegte Wege oder vielfältige Aus-und Weiterbildungsangebote freuen. - Foto: © shutterstock

Südtirol Online: Herr Sulzenbacher, was ist eine Herausforderung für die Zukunft?
Gislar Sulzenbacher, Geschäftsführer des AVS: Eine Herausforderung wird in Zukunft sicher weiterhin das Thema Mountainbikes und E-Bikes im alpinen Bereich sein. Die Interessenkonflikte zwischen den verschiedenen Gruppen, die sich in alpinen Gebieten bewegen, aber auch zwischen Nutzern und Eigentümern bestehen natürlich. Der AVS arbeitet in einer Arbeitsgruppe der IDM Südtirol intensiv mit, um ein Gesamtkonzept für die Mountainbike-Destination Südtirol mitzugestalten und im Sinne von Wegehaltern, Wegenutzern und Mountainbikern Lösungsansätze einzubringen. Es muss ein Miteinander geben, Verhaltensregeln erarbeitet und eingehalten werden. Die Mountainbike-Unfälle im alpinen Bereich sind in den letzten Jahren drastisch gestiegen, auch hier muss man Lösungen finden, auch in Hinblick auf die Finanzierung der vermehrten Einsätze des Bergrettungsdienstes.

STOL: Nun zum Rückblick, welchen Aspekt im Geschäftsjahr 2016 würden Sie als besonders erfolgreich hervorheben?
Sulzenbacher: Wir haben einiges erreicht. Ein großer Meilenstein aber, den wir nach jahrelanger Arbeit endlich erreichen konnten, ist die Verabschiedung der Wege-Vereinbarung. Es gibt also endlich eine gesetzliche Verankerung von Funktion, Zuständigkeit, Verzeichnis und Förderung der Wanderwege in Südtirol. Ziel der Vereinbarung ist es das Südtiroler Wegenetz von über 16.000 Kilometern als wichtige Infrastruktur zu erhalten. 

STOL: Was waren weitere wichtige Tätigkeiten des AVS im Vorjahr?
Sulzenbacher: Der AVS übte wieder eine Beratungsfunktion hinsichtlich der Führung von Schutzhütten aus. Eine paritätische Kommission aus AVS und CAI Südtirol berät die Schutzhütten auch hinsichtlich Baumaßnahmen auf oft sehr schwierigem Baugrund und in Hinblick auf Anpassung von Brandschutz.
Im Bereich der Ausbildung konnten wir nach zwei Jahren Planungsphase erstmals die neue Ausbildungsschiene zum Gruppenleiter in unterschiedlichen alpinen Bereichen anbieten.

Interview: Verena Stefenelli

stol