Donnerstag, 28. Juni 2018

Der Bahnhof-Räuber ist gefasst

Die gute Zusammenarbeit zwischen Carabinieri und Brunecker Ortspolizei hat zu einem raschen Fahndungserfolg nach dem brutalen Raubüberfall vom Dienstagabend geführt. Auf den Bildern einer von der Ortspolizei am Parkplatz des Bahnhofs aufgestellten Überwachungskamera ist der mutmaßliche Täter zu sehen, wie er sein Auto abstellt.

Die Wirtin konnte, nachdem der Mann den Tatort verlassen und sie sich etwas gefangen hatte, trotz ihrer schweren Verletzungen ihre Tochter anrufen, die dann den Notruf absetzte.
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Die Wirtin konnte, nachdem der Mann den Tatort verlassen und sie sich etwas gefangen hatte, trotz ihrer schweren Verletzungen ihre Tochter anrufen, die dann den Notruf absetzte.

Dank dieser Bilder gelang es den Ermittlern, den Mann einwandfrei zu identifizieren. Er soll bereits aktenkundig sein. Gestern Nachmittag klickten dann in seiner Wohnung im Klausner Raum die Handschellen. Als Motiv für seine Tat soll der Mann Spielschulden angegeben haben. Der Fall wird von Staatsanwalt Igor Secco bearbeitet, der vermutlich im Laufe des heutigen Tages die Anklage formulieren dürfte.

Die bei dem Überfall verletzte Wirtin Verena Winkler hat sich, wie ihr Mann Alfons Winkler erklärt, Kopf-, Rippen und Handverletzungen, sowie einen schweren Schock zugezogen.

Seit 2016 führt Winkler mit seiner Familie die „Zug Bar“ am Brunecker Bahnhof. Zudem betreibt die Familie die Bar am provisorisch auf das Areal der ehemaligen Saatbaugenossenschaft verlegten Busbahnhof, nachdem sie zuvor über Jahrzehnte die Bar am alten Busbahnhof geführt hatte. „Meine Frau ist immer sehr vorsichtig, wenn sich zu später Stunde noch Gäste in der Bar aufhalten, die ihr nicht sehr vertrauenswürdig vorkommen. Da bleibt sie nie alleine“, sagt Winkler. 

Frau schöpfte keinen Verdacht, Mann war ihr bekannt

Am Dienstagabend war Verena Winkler gegen 18 Uhr ins Lokal gekommen, um ihren Sohn abzulösen. Als kurz vor der Sperrstunde nur mehr ein Gast im Lokal war, schöpfte sie keinen Verdacht und ließ die Kellnerin Feierabend machen, denn der letzte Gast war ihr bekannt: Er war ein Einheimischer, der oft in der Bar war, öfters bis zur Sperrstunde geblieben und noch nie negativ aufgefallen war. 

Doch als sie ihn am Dienstagabend zum Gehen aufforderte, damit sie das Lokal noch reinigen könne, zeigte der Mann sein wahres Gesicht: „Er hat meine Frau gepackt, sie ins Magazin abgedrängt, dabei bedroht und mit einer Flasche auf den Kopf geschlagen“, sagt Winkler. Danach dürfte der Täter das Tagesinkasso entwendet und in der Handtasche der Frau verstaut haben. Das große Glück im Unglück der Frau war, dass sie ihr Handy in der Hosentasche bei sich trug. So konnte sie, nachdem der Mann den Tatort verlassen und sie sich etwas gefangen hatte, trotz ihrer schweren Verletzungen ihre Tochter anrufen, die dann den Notruf absetzte.

D/mt

stol