Ausgegangen waren die Ermittlungen, nachdem Sky, der größte Pay-TV-Anbieter Italiens, Anzeige erstattet hatte. Im Zuge der Recherchen stießen die Beamten auf zahlreiche Seiten, die Sportevents im Live-Stream anboten und auch Seiten, auf denen Konzerte sowie TV- und Kinofilme "on demand" abgerufen werden konnten.Die Anbieter der Plattformen, deren Server allesamt im Ausland stehen, verfügen nicht über die Vermarktungsrechte für die angebotenen Werke, sind jedoch hochprofessionell organisisert, so die Beamten. Da sie sich hauptsächlich über Werbung finanzieren, will die Finanzpolizei nun auch die Werbepartner der Seiten ins Visier nehmen. Denn der IAB, der Verband der Werbewirtschaft, hatte sich bereits im Vorjahr eigentlich verpflichtet, auf solchen Plattformen nicht zu werben.Vielfach seien auch die Werbeschaltenden selbst betrogen worden, indem durch einen Automatismus auf den Seiten Klicks auf die Werbebanner generiert wurden, die die Nutzer niemals gemacht hatten. Die Finanzpolizei will nun ermitteln, wie die Werbung von Finanz- und Immobiliendienstleistungen und Wettanbietern auf diesen Seiten geschaltet wurde.Malware entdecktIm Zuge der Ermittlungen stießen die Beamten auch auf mehreren Plattformen auf Malware, die Nutzerdaten mittels Phishing ausspähte.Eine der 124 Seiten, die nun gesperrt wurden, "sportlemon.tv", wurde von einem bekannten Namen registriert. Der Schwede Gottfrid Swartholm war Mitbegründer von "The Pirate Bay", dem wohl international bekanntesten Sharingdienst. Swartholm war in seinem Heimatland 2009 wegen Copyright-Verletzungen zu einem Jahr Haft und 2013 wegen erschwertem Hackings verurteilt worden.