Nicht überall im Land entwickelt sich der gefürchtete Waldschädling in gleichem Ausmaß. <BR />Im Oberpustertal beispielsweise haben die Vitalität und die Energie des Käfers 2025 stark abgenommen, berichtet Günther Pörnbacher, Amtsdirektor des Forstinspektorats Welsberg. Er rechnet damit, dass heuer beim Start viel weniger Käfer in den Fallen gefunden werden als in den vergangenen Jahren. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1297008_image" /></div> <BR /><BR />Der Landeswetterdienst prophezeit für die nächsten Tage bis Mittwoch permanent schönes Wetter – mit Temperaturen bis zu 27 Grad Celsius in Bozen. Der Borkenkäfer benötigt Temperaturen von mindestens 16 bis 17 Grad, damit er ausschwärmt, sagt <b>Günther Unterthiner</b>. Nicht alle Käfer starten gleichzeitig. Die erste Garde werde „bei sich bietenden Bedingungen“ ausschwärmen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1297011_image" /></div> <BR /><BR />Im vergangenen Jahr hat sich ein interessantes Phänomen gezeigt: „Die Bäume, die der Borkenkäfer befallen hat, waren massiv befallen“, berichtet <b>Günther Pörnbacher</b>. „Und das macht der Käfer normalerweise nicht.“ Denn aufgrund dieses sehr dichten Befalls seien sich die Käfer gegenseitig in die Quere gekommen. „Die Bäume waren so dicht besiedelt, dass sich die Larven aus Konkurrenzgründen und aus Fressneid nicht mehr entwickeln konnten – sie hatten viel zu wenig Kambium (Wachstumsschicht beim Baum, Anm. der Red.). Dieses Kambium fressen sie zwischen Rinde und Holz.“ Pörnbacher hat auch eine Erklärung für diese Überbesiedelung: Der Käfer lockt normalerweise seine Artgenossen mit Lockstoffen an, wenn er einen guten Baum gefunden hat – und sobald der Baum dicht besiedelt ist, sendet er erneut Duftstoffe (Pheromone) als zweite Botschaft aus: dass der Baum voll ist. Und diese zweite Botschaft hat im vergangenen Jahr gefehlt, erklärt der Amtsdirektor. Somit habe es im vergangenen Jahr zwar gleich viele Käfer wie 2024 im Oberpustertal gegeben – aber bedeutend weniger Schäden seien angerichtet worden, weil der Borkenkäfer am Ende seines Sechs-Jahres-Zyklus sei und stark an Vitalität abgenommen habe. Und damit setzen ihm auch die Gegenspieler viel mehr zu, weiß der Amtsdirektor. Deshalb sei jetzt die Startposition für den Borkenkäfer viel schlechter als 2025 – auch, weil man im Herbst kaum erwachsene Käfer unter der Rinde beobachtet habe. Viele Larven und Jungkäfer konnten sich aufgrund der Nahrungskonkurrenz kaum ins Adultstadium entwickeln, sagt Pörnbacher.<BR />Wie das Borkenkäfer-Jahr heuer wird, bleibt abzuwarten. Längere Trockenphasen würden dem Käfer in die Karten spielen, sagt Unterthiner. „Denn die Fichte braucht viel Feuchtigkeit im Frühjahr.“ Bis jetzt wurden in Südtirol etwa 12.000 Hektar Wald befallen.