„Vor etwas einem Monat ist der Hang ins Rutschen gekommen“, schildert der Enneberger Bürgermeister <b>Felix Ploner</b>. Es handelt sich um einen Hang in Verlängerung des Plaies-Waldes, der hinunterreicht zum Bett des St. Vigiler Baches kurz nach der Kreuzung der Gadertaler Straße mit der Straße nach St. Vigil. <BR /><BR />Die Bäume dort sind fast alle braun, weil vom Borkenkäfer geschädigt. „Sie haben kein Leben mehr. Wenn der Wind geht, lockert sich alles, auch das Geröll im Boden“, schildert Ploner. <BR /><BR />Das Haus Winkler befindet sich unter einem Abschnitt dieses Hanges. Die Familie musste nachts 10 Tage lang das Haus verlassen und bei Verwandten schlafen, weil die Lage für zu gefährlich eingeschätzt wurde. Um Gewicht aus dem Hang zu nehmen, wurden oberhalb des Hauses die Bäume entfernt. <h3> Rinne neben dem Haus</h3>Seit gut 2 Wochen wird der Hang überwacht, und es hat sich herausgestellt, dass der Abschnitt oberhalb des Hauses stabil ist und sich nicht mehr bewegt. Die Bewohner können daher nun auch wieder in dem Haus schlafen. <BR /><BR />„Neben dem Haus – etwa 20 Meter weiter – ist aber eine Rinne“, schildert Bürgermeister Ploner. In dieser Rinne bewegt sich der Hang; seit beginn der Messungen ist er schon 6 Meter abgerutscht. Es handelt sich um eine Oberflächenrutschung; der Berg selber ist stabil. <BR /><BR />„Diese Woche werden wir besprechen, ob die Bäume in diesem Abschnitt stehen bleiben können oder ob auch sie entfernt werden müssen“, sagt Ploner. Solche Fragen sind nicht ohne; schließlich handelt es sich um Privatgrund und -besitz: „Das muss mit der Forstverwaltung und dem Besitzer besprochen und entschieden werden“, sagt Ploner. <BR /><BR />Ein Risiko ist auch für die Straße nach St. Vigil, für die Infrastrukturen (Strom, Internet etc.) entlang der Straße und auch für das E-Werk gegeben. „Und wir müssen das Risiko im Auge behalten, dass der Hangrutsch den Bach verlegen könnte“, sagt der Bürgermeister. <BR /><BR />„Zur Zeit schlafen wir wieder ruhiger“, sagt Felix Ploner, aber die ersten 10 Tage seien nicht leicht gewesen. „Dass man Leuten, die man gut kennt, sagen muss, dass sie aus dem Haus müssen, ist hart“, sagt Ploner. <h3> Schnelle Ausbreitung</h3>Er fürchtet, dass das Borkenkäfer-Problem im Lande immer noch unterschätzt werde. „Das geht so schnell“, sagt Ploner, dass der Käfer sich ausbreite. Nach dem Gadertal seien nun auch andere Gemeinden betroffen, Antholz und Mühlwald zum Beispiel, wo das Problem noch viel größer ist, weil unter dem betroffenen Schutzwald die Dörfer liegen. <BR /><BR />„Wir setzen beim Schlägern jetzt auf die Strategie, ganz schnell wieder aufzuforsten, und zwar weniger Fichte, sondern mehr Mischwälder“, schildert Ploner. Ganz einfach ist aber auch das nicht: „Bei uns gibt es oft schon im September Schnee, und da tragen die Laubbäume noch Blätter“, sagt der Enneberger Bürgermeister. Man sei im Erfahrungsaustausch mit Kollegen vom Bodensee, die schon seit einem Jahrzehnt mit dem Borkenkäfer kämpfen.