Der 46-jährige Pusterer pflegt noch die seltene handwerkliche Fertigung der Rosshaarmatratze und führt so die die Tradition seines Großvaters von vor ziemlich genau genau 100 Jahren fort. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1006196_image" /></div> <BR />Das internationale Textilfestival in Bozen hat sich längst zu einem Schaufenster hochwertiger Handwerkskunst gemausert – Manufakturen, Textildesigner, Modeschöpfer und Künstler gleichermaßen zeigen hier ihre Schmuckstücke einem interessierten Publikum her. Die ehrwürdigen Schlossmauern verleihen der Ausstellung nicht nur einen würdigen Rahmen, sondern stehen auch symbolisch für die Geschichte des Traditionshandwerkes, das in Zeiten der Massenproduktion und globalisierter Warenströme um seinen Fortbestand ringt. <BR /><BR /><b>Viele Leute schwören noch auf die Rosshaarmatratzen</b><BR /><BR />So trotzt eben auch der Matratzen- und Polstermöbelfabrikant Heini Summerer (46) aus Sexten den Zeichen der Zeit, wenn er nach wie vor auf handwerkliche Fertigung setzt. „In der Tat gibt es viele Leute, die auf unsere handwerklich hergestellten Matratzen schwören, so etwa Rosshaarmatratzen“, sagt der Pusterer und beschreibt die altbewährte Fertigungsmethode. <BR /><BR />Das lose Rosshaar wird dabei per Hand aufgelegt und in einer gleichmäßigen Schicht auf die Fläche der Matratze verteilt. Rosshaar eigne sich deshalb vorzüglich, weil es viel Feuchtigkeit aufzunehmen vermag und gut kühlen könne. Ganz generell würden natürliche Fasern wie Rosshaar oder Wolle diverse Eigenschaften haben, die „bis heute von keinem synthetischen Material nachgeahmt werden können“. Und derartige Besonderheiten kommen der Schlafqualität zugute, zeigt sich Heini Summerer überzeugt. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1006199_image" /></div> <BR /><BR />Er hat den Traditionsbetrieb vor 5 Jahren von seinem Vater Klaus übernommen, der seinerseits das Handwerk seines Vaters Nikolaus verfeinerte. Tatsächlich betätigte sich Heinis Großvater seinerzeit als Sattler, sammelte in den Bauernhöfen der Umgebung eigenhändig Rosshaar ein, um so Matratzen zu produzieren. Das ist bereits ziemlich genau 100 Jahre her, in der 3. Generation hat der Sextner Meisterbetrieb Summerer mittlerweile ein ansehnliches Angebot an Matratzentypen und Polstermöbeln im Angebot. Heini Summerer ist einer von mehreren Ausstellern, die mit ihren Erzeugnissen den diesjährigen Themenschwerpunkt „Gesund und glücklich schlafen“ abdecken. <BR /><BR /><b>Fokus auf die Schlafqualität</b><BR /><BR />Die Schlafqualität wirkt sich unwiderruflich auf die Lebensqualität aus, weshalb sich die Textilakademie Bozen entschloss, dieses Thema heuer in den Mittelpunkt des Festivals zu stellen. „In unserem Leben schlafen wir durchschnittlich mehr als 24 Jahre, deshalb sollten wir auf einen gesunden Schlaf achten und den natürlichen Materialien besondere Aufmerksamkeit schenken“, erklärt Richard Vill, Präsident der Textilakademie Bozen. Zugleich empfiehlt er den Vortrag des Textilexperten Otto von Aufschnaiter zum gesunden Schlaf am Tag der Eröffnung um 18 Uhr. <h3> Vom Showweben bis zu den preisgekrönten Projekten</h3>Das bunte Spektrum der Aussteller umfasst heimische Modedesigner wie Michael Klammsteiner und Upcycling-Designerin Lea Lausch über Interieur-Manufakturen wie Incasa und Marta Benet bis hin zu Handwebern (Kevin Brown wird am Webstuhl seine Handwerkskunst zeigen) und Bürstenherstellern (Josef Klein). Zu den Höhepunkten des Textilfestivals zählt Richard Vill die Trendzone TFI (Textile Festival Interieur) und die Ausstellung „Dipdii Textiles“, die auf der Grundlage lokaler Textiltraditionen in Bangladesh hergestellt werden. <BR /><BR />Darüber hinaus gibt es in der Winner's Gallery die Siegerprojekte des European Textile & Craft Award 2024 zu bestaunen.<BR />