Nein, ich habe mir vorgenommen, nicht zu jammern… über diese unerträgliche Hitze, die sich wie eine Glocke über das Land gestülpt hat und den Schlaf raubt. Immerhin geht es mir in meinem kleinen Dorf im Grünen noch so viel besser als den armen Menschen, die in einer Betonwüste leben. <BR /><BR />Freilich, es ist nicht der Ritten, wo man die Sommerfrische zum Lebensgefühl erhoben hat. Aber dafür ist ein azurblaues Gewässer in meiner Nähe, das Abkühlung verschafft. Dem aufgeheizten Körper ebenso wie dem überhitzten Gemüt. Beim Autofahren lässt sich das ja schön beobachten – je heißer die Tage, desto aggressiver der Mensch.<BR /><BR /> Da kann man noch so harmoniebedürftig sein, beim Kampf um die Parklücke werden selbst Pazifisten zu Egoisten. Und wehe, man sitzt in einem Autozwerg wie ich. Dann gibt es Cinquecento, pardon, 500 gute Gründe, um sich zu ärgern, weil man einfach nicht ernst genommen und einem der Parkplatz vor der Nase weggeschnappt wird. Nein, auch darüber beklage ich mich jetzt nicht, aber nur, weil mir dann noch heißer wird. <BR /><BR />Also, genug geschimpft und ab ins kühle Nass, am besten mit einem eleganten Köpfler vom Sprungbrett. Dumm nur, dass die Rampe der Eitel- oder Peinlichkeiten, je nachdem, wie gut man die Sprungtechnik beherrscht, gesperrt ist, weil Wassermangel herrscht. Und das will etwas heißen. <BR /><BR />Meine bevorzugte Badewanne ist schließlich kein Karpfenteich, sondern ein See. Entsprechend viele Hechte tummeln sich darin. Und manchmal habe ich den scheuen Raubfisch sogar gesehen. Aber dass er sich den Bauch kraulen lässt, habe ich für Anglerlatein gehalten. Der Barrakuda-Verschnitt, der bewegungslos unter der Brücke gestanden ist, hat sich tatsächlich von mir streicheln lassen… flossenwedelnd.<BR /><BR /> Ganz geheuer war mir das nicht. Weil nicht nur Haie spitze Zähne haben, sondern auch kleine Fische beißen können. Wie gut, dass mein toller Hecht nicht zum Ungeheuer mutiert ist, wie die Hitzköpfe hinterm Steuer. Aber das kann auch nur an der Affenhitze liegen… <BR />