Der Karer See am Rande des Latemarwaldes liegt auf über 1500 Metern Meereshöhe und ist ein Naturjuwel. „In den vergangenen Jahren ist es immer öfter vorgekommen, dass Besucher in aller Früh oder am Abend über die Umzäunung des Sees stiegen, um Aufnahmen zu machen und sie in den Social Media zu verbreiten“, sagt Andreas Agreiter, stellvertretender Direktor der Agentur Landesdomäne. Die Besucher sind international; sie kommen aus Europa und auch aus Amerika und Asien.<BR /><BR />Heuer ist am Karer See erstmals ein sogenannter Südtirol- Ranger im Einsatz. Er hat im Mai die von der Landesabteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung organisierte Schulung besucht und dann die Arbeit aufgenommen. Bis Mitte Oktober ist er an sechs Tagen die Woche in den Hauptbesuchszeiten im Gebiet um den See unterwegs, informiert Besucherinnen und Besucher über den See und die Landschaft, etwa über die jahreszeitlichen Veränderungen und das Latemar-Klangholz.<h3> „Weil Tourismus zunimmt, müssen wir Maßnahmen ergreifen“</h3>Der Ranger weist aber auch Besucher darauf hin, dass es verboten ist, über die Umzäunung zu steigen oder Drohnen fliegen zu lassen, da der Karer See samt Waldgebiet bis zum Mittersee ein geschütztes Naturdenkmal ist. Zudem sorgt der Ranger für Sicherheit und räumt Wege frei, wenn Hindernisse sie versperren.<BR /><BR />„Der Karer See ist ein beliebtes Ziel für Gäste aus aller Welt, und gerade weil der Tourismus an solchen Orten zunimmt, müssen wir Maßnahmen ergreifen“, unterstreicht Forst- und Tourismuslandesrat Luis Walcher. Mit dem Ranger hätten die Besucher eine Ansprechperson, die informiert, sensibilisiert und dafür sorgt, dass dieser besondere Naturraum auch in Zukunft erhalten bleibt.<h3> Seit Mitte Mai hat Ranger Poschiavin schon über 100 Drohnenpiloten angehalten</h3>Ein spezielles Problem stellen die Drohnen dar. Nicht selten stürzen sie ins Wasser – samt schädlicher Batterien – und verunreinigen den schönen See. Darauf verweist Bernd Pardeller, Förster der zuständigen forstlichen Aufsichtsstelle Latemar. Seit Mitte Mai hat Ranger Poschiavin schon über 100 Drohnenpiloten angehalten. Die Förster führen insbesondere in den Morgen- und Abendstunden Kontrollen durch, auch im Nahbereich des Sees, da im Wald zuletzt auch öfter gezeltet oder campiert wird.<BR /><BR />„Der Ranger am Karer See lenkt die Besucher, sensibilisiert und ist ein wichtiger Meilenstein für die Besucherlenkung und Sensibilisierung am Karer See; er ist Wissensvermittler und erklärt unter anderem die Besonderheiten dieses geschützten Naturdenkmals sowie die Auswirkungen von Vaia, Borkenkäfer und Schneedruck“, betont Stephanie Völser, die Direktorin von Eggental Tourismus, die in der Arbeitsgruppe Hotspotmanagement Karer See mitarbeitet.<h3> Von Drohnenflügen und unerlaubtem Picknick</h3>Über Fehlverhalten der Karersee-Besucher klagt Bürgermeister Thomas Pardeller. Die Gemeinde führt den Parkplatz am See in Abstimmung mit der Agentur Landesdomäne. „Die Leute steigen über die Umzäunung, picknicken ungeniert und ausgedehnt und lassen Drohnen fliegen. Auch Unterwasserdrohnen wurden schon eingesetzt. Nicht selten mussten Taucher sie aus dem Wasser fischen. Wenn Drohnen im Geäst hängen bleiben, müssen die Förster ausrücken.<BR /><BR />Eine Herausforderung ist auch der Verkehr. Ein Hilfspolizist ist mit der Regulierung beauftragt; der Ranger unterstützt ihn dabei und informiert die Besucher.<h3> Vereinbarung mit der Gemeinde</h3>Welschnofen. Karer See, Besucherzentrum und Parkplatz gehören dem Land Südtirol. Seit einigen Jahren hat die Agentur Landesdomäne eine Vereinbarung mit der Gemeinde: Die Gemeinde Welschnofen führt den Parkplatz Karer See samt touristischer Infrastrukturen. Die Einnahmen aus der Parkplatzbewirtschaftung verwendet die Gemeinde ausschließlich für die Führung und Instandhaltung. Überschüsse werden in Erneuerungen und Verbesserungen des Karer Sees und seiner Infrastrukturen verwendet. Die Zahl der Parkplatznutzer steigt stetig; 2025 waren es 196.600.