Das Unternehmen präsentiert den Roboter als Antwort auf ein gesellschaftliches Problem, das weltweit wächst – die Einsamkeit. Der U1 kann Gespräche führen, emotionale Unterstützung bieten, an die Einnahme von Medikamenten erinnern und verschiedene Aspekte des täglichen Wohlbefindens überwachen. Möglich wird dies durch moderne künstliche Intelligenz, die nicht nur Sprache versteht, sondern auch Gesichtsausdrücke und den Klang der Stimme analysiert.<BR /><BR />Besonders bemerkenswert ist das menschenähnliche Erscheinungsbild. Die Modelle der U1-Serie sind sowohl in einer männlichen als auch in einer weiblichen Ausführung erhältlich und messen 183 beziehungsweise 168 Zentimeter. Eine neu entwickelte biomimetische Silikonhaut verleiht dem Roboter ein deutlich natürlicheres Aussehen als herkömmliche Metall- oder Kunststoffgehäuse. Ergänzt wird dies durch ein ausgefeiltes System zur Steuerung der Mimik: Die Verzögerung zwischen Sprache und Lippenbewegung liegt bei weniger als 20 Millisekunden und sorgt so für eine nahezu perfekte Synchronisation.<BR /><BR />Auch die Beweglichkeit beeindruckt. Der U1 verfügt über 88 Freiheitsgrade sowie ein doppelt gelagertes Halsgelenk, das besonders flüssige und natürliche Kopf- und Körperbewegungen ermöglicht. Dadurch wirken Gestik und Körpersprache erstaunlich lebensecht.<BR /><BR /> <div class="embed-box"><iframe width="1182" height="665" src="https://www.youtube.com/embed/jXRbNaFqByo" title="UBTECH Launches UWORLD U1 — The World’s First Full-Size Mass-Produced Ultra-Bionic Humanoid Robot ��" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div> <BR /><BR /><BR />Im Inneren arbeitet ein speziell entwickeltes KI-System zur Erkennung menschlicher Emotionen. Laut UBTech analysiert die Software Mimik und Stimme und kann mehr als 20 verschiedene Gefühlszustände unterscheiden. Die vom Hersteller angegebene Erkennungsgenauigkeit liegt bei über 90 Prozent. Der Roboter soll dadurch erkennen, ob sein Gegenüber beispielsweise traurig, gestresst oder fröhlich ist, und entsprechend reagieren. Zwar empfindet der U1 selbst keine Emotionen, doch seine Antworten und Verhaltensweisen sind darauf ausgelegt, möglichst einfühlsam und natürlich zu wirken.<BR /><BR />Ein weiteres außergewöhnliches Merkmal ist die Möglichkeit zur Individualisierung. Käufer können das äußere Erscheinungsbild anpassen und den Roboter einer geliebten Person, einer prominenten Persönlichkeit oder sogar einer fiktiven Figur nachempfinden lassen. Gerade diese Funktion sorgt bereits für kontroverse Diskussionen. Während Befürworter darin eine Chance für ältere oder alleinlebende Menschen sehen, warnen Kritiker vor einer zunehmenden emotionalen Bindung an Maschinen und werfen ethische Fragen auf.<BR /><BR />Trotz seines menschenähnlichen Aussehens ist der U1 kein klassischer Haushaltsroboter. Er übernimmt weder Reinigungsarbeiten noch kocht oder erledigt andere körperliche Tätigkeiten. Seine eigentliche Stärke liegt in der Kommunikation, der Erinnerung an Termine oder Medikamente sowie der langfristigen Interaktion mit seinem Besitzer. Dabei speichert der Roboter persönliche Vorlieben und frühere Gespräche, um seine Antworten immer individueller zu gestalten. Nach Angaben des Herstellers werden diese Daten standardmäßig verschlüsselt und lokal gespeichert.<BR /><BR />Auch wirtschaftlich scheint das Interesse groß zu sein. UBTech erklärt, dass bereits mehrere Zehntausend Vorbestellungen eingegangen seien. Die ersten Auslieferungen sind für September geplant.<BR /><BR />Der U1 wird in mehreren Ausstattungsvarianten angeboten. Das Einstiegsmodell kostet 119.800 Yuan – umgerechnet rund 15.400 Euro. Für die hochwertigste Version werden 990.000 Yuan, also etwa 127.200 Euro, fällig.<BR /><BR />Mit dem U1 zeigt sich eindrucksvoll, wie rasant sich die Entwicklung humanoider Roboter derzeit beschleunigt. Noch vor wenigen Jahren wirkten Maschinen, die flüssige Gespräche führen, menschliche Emotionen erkennen und nahezu lebensechte Mimik zeigen, wie Science-Fiction. Heute stehen sie kurz vor dem Einzug in private Haushalte.<BR /><BR /> Die Grenze zwischen Mensch und Maschine verschwimmt zunehmend – und der U1 ist ein weiterer Schritt auf diesem Weg.