Wie ist die Lage in Westafrika?Millionen Menschen droht zum dritten Mal eine Hungersnot. Bereits 2005 und 2010 hatte es in der Sahelzone schwere Dürren gegeben. „Was es dieses Mal schwieriger macht, ist eine schlechte Ernte und viel höhere Nahrungsmittelpreise in der Region als 2010“, sagte die Exekutivdirektorin des UN World Food Programme (WFP), Ertharin Cousin. Dieses Mal seien zudem nicht nur einzelne Staaten, sondern nahezu die gesamte Sahelzone in Westafrika betroffen.Wie viele Menschen sind genau gefährdet?15 Millionen Menschen könnten nach Schätzungen von Hilfsorganisationen bald unter einer Hungerkrise leiden. Eine Million Kinder sind laut Unicef von schwerer Mangelernährung bedroht. Besonders ernst ist die Lage im Niger, im Tschad, in Mali und Burkina Faso.Was wird getan, um zu helfen?Hilfsorganisationen haben bereits Nahrungsmittelvorräte angelegt und schicken Teams in die Region. Auch Deutschland gehört nach Angaben der UN-Organisation WFP zu den Unterstützern. Demnach hilft die Bundesregierung den betroffenen Ländern 2012 mit rund 13,5 Millionen Euro. Allerdings reichen die internationalen Hilfen angesichts der großen Not bei Weitem nicht. Allein die UN-Organisation WFP beziffert die Kosten ihrer Nothilfe im Sahel auf rund 751 Millionen US-Dollar (347 Millionen Euro). Nur etwa die Hälfte des Geldes sei bisher zusammengekommen.Wie viel Zeit bleibt noch?Nicht mehr viel. „In Dürregebieten können Nahrungsmittel nicht lokal gekauft werden. Wenn man sie aber erst in die Region bringen muss, braucht man dafür gerade bei einem Land wie Niger ohne Seezugang rund zwei Monate“, sagt der Chef des deutschen Büros des Welternährungsprogramms (WFP), Ralf Südhoff. Werde erst im August gespendet, sei es zu spät, um die Menschen noch bis zur nächsten Ernte im Oktober durchzubringen.Was tun junge Mütter in der Sahelzone, die ihre Kinder nicht mehr ernähren können?Frauen können ihre Kinder wegen Unterernährung häufig nicht mehr stillen. „Viele Mütter pflücken Blätter und kochen sie, bis sie flüssig werden“, berichtet Ertharin Cousin vom WFP. Dabei seien die Blätter wegen der Dürre völlig vertrocknet. Andere kochten selbst giftige Beeren so lange, bis sie essbar seien – nur um ihre Kinder damit zu füttern. Cousin: „Wir sollten das nicht als ausreichend akzeptieren.“SpendenWer die Menschen in Afrika unterstützten möchte, kann seine Spende unter dem Kennwort „Hunger in Afrika“ auf eines der folgenden Spendenkonten überweisen.Bank für Trient und Bozen, IBAN: IT66A0324011610000006000065; Raiffeisen Landesbank, IBAN: IT42F0349311600000300200018; Südtiroler Sparkasse, IBAN: IT17X0604511601000000110801; Südtiroler Volksbank, IBAN: IT12R0585611601050571000032.dpa/stol