Lehrer können derzeit 24 Stunden pro Woche unterrichten. Geht es nach dem Land, so sollen es freiwillig 28 Stunden sein. An technischen Schulen fänden sich für vier Stunden oft keine Maschinenbauer oder Elektrotechniker. Mit der freiwilligen Mehrarbeit, die gut honoriert werde, ließen sich diese „Einzelfälle“ lösen. Bei den Gewerkschaften gab es letzte Woche aber kein Durchkommen. Diese wollen den Anfängen wehren. Manches sei am Start freiwillig, am Ende alltäglich.<BR /><BR />Um den Gewerkschaften ihre Ängste zu nehmen, hat das Land jetzt restriktive Kriterien vorgelegt. 28 Stunden sollen nur von erfahrenen Lehrern und nicht von Neueinsteigern übernommen werden. Damit keinem der Job genommen wird, muss es bei der Stellenwahl keinen Interessenten für die vier Stunden gegeben haben. Zudem soll die freiwillige Mehrarbeit nur für zwei Jahre in Folge möglich sein. <BR /><BR /> Doch umsonst: Die Gewerkschaften sagen weiter Nein. Man verstehe, dass Lehrer fehlen. „Wir sind als Gewerkschaft nicht dazu da, um Mankos im System zu lösen, sondern auf Arbeitnehmer zu schauen“, so Andrea Perger (UIL/SGK). Zudem, so Stefano Barbacetto (CGIL/AGB), habe der Landeshauptmann einen Vertrag „ohne Mehrarbeit“ zugesagt. Hinter vorgehaltener Hand heißt es beim Land, dass diese beiden kleinen Gewerkschaften den Takt auf den sozialen Medien vorgeben. Die großen Gewerkschaften ASGB und CISL/SGB wären im Vorfeld offen für eine Lösung gewesen, seien unter Druck aber eingeknickt. Gestern waren sie telefonisch nicht erreichbar.<BR /><BR />Wie dem auch sei, der Ball geht jetzt an die Politik zurück. „Wir können und wollen den Passus nicht zurückziehen. Niemand wird zu Mehrarbeit verpflichtet. Wenn eine Lehrperson freiwillig einige Stunden mehr unterrichten will, sehe ich nicht ein, weshalb man es ihr verbieten will“, so Landesrat Achammer. Es gehe um Einzelfälle. „Die Sorge, dass damit andere unter Druck gesetzt würden, kann ich nicht nachvollziehen.“ Allemal werde es weitere Gespräche geben. Angeblich ist das Land bereit, den Gewerkschaften weiter entgegenzukommen, indem es die 28 Stunden auf die Laufzeit des Vertrags (drei Jahre) begrenzt. Anschließend ziehe man Bilanz und schaue weiter.<BR /><BR />Sollte es keine Einigung geben, platzt der Vertrag mit Zulagen für alle Klassenvorstände und der Anpassung des Gehalts von Lehrern mit Studientiteln in der Grundschule an jenes der Mittelschullehrer.