Alexander Oberkofler, einer der beiden Initiatoren, erklärt das Konzept und die am häufigsten vorgebrachten Sorgen. Dabei wird deutlich, dass es unterschiedlichste Dinge zu beachten gilt, um gestärkt und selbstbewusst den neuen Lebensabschnitt anzugehen.<BR /><BR /><b>Welche Fragen beschäftigen angehenden Rentner am häufigsten?</b><BR />Alexander Oberkofler: Im Großen und Ganzen haben wir es mit zwei Hauptbereichen zu tun. Einerseits sind die Fragen rechtlicher bzw. finanzieller Natur, andererseits geht es um emotionale und psychologische Aspekte. Aus rechtlicher Sicht dreht sich vielfach alles um die Frage, wann man in Rente gehen kann und wie hoch sie denn überhaupt ausfallen wird.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1284849_image" /></div> <BR /><b><BR />Der Dauerbrenner schlechthin, oder?</b><BR />Oberkofler: Richtig. Das hat vordergründig damit zu tun, dass die hohe Politik mit jedem neuen Haushalt die Rentenfragen zum Thema macht. Der große Wurf bleibt zwar regelmäßig aus, allerdings werden stets viele Neuigkeiten kolportiert und so herrscht eigentlich immerzu großer Informationsbedarf. Jedenfalls machen sich die Menschen ihre Gedanken, ob sie denn mit ihrer Rente auch über die Runden kommen werden. Die Rentenlücke bereitet vielen angehenden Rentnern Sorge.<BR /><BR /><b>Die Rentenlücke?</b><BR />Oberkofler: Dabei handelt es sich um die Differenz zwischen dem letzten Gehalt und der Rente. Man ist einen gewissen Lebensstandard gewöhnt, hat vielleicht noch Darlehensraten abzustottern oder studierende Kinder. Daher taucht oft der Zweifel auf: Kann ich mir denn überhaupt leisten, in Rente zu gehen? Unsere grundsätzliche Empfehlung lautet, sich bei den dafür vorgesehenen Anlaufstellen möglichst frühzeitig über die eigene Situation zu informieren, so lässt sich die Rentenlücke beispielsweise mit einem Zusatzrentenfonds schließen oder zumindest verkleinern. <BR /><b><BR />Nun bringt dieser neue Lebensabschnitt nicht nur finanzielle und rechtliche Neuerungen mit sich, sondern eben auch große Umstellungen im Alltag. Was ist dabei zu beachten?</b><BR />Oberkofler: Richtig. Unser Arbeitsleben verleiht uns eine feste Struktur im Alltag. Das betrifft sowohl die Tätigkeiten und damit verbundene Rollen, sehr wohl aber auch unser soziales Gefüge. Gerade wenn man bei seiner Arbeit hohes Ansehen und Wertschätzung genießt, und dies dann mit der Pensionierung verlorengeht, kann das sehr wohl negative Spuren hinterlassen. Es heißt nicht umsonst, dass dann viele angehende Rentner „in ein Loch fallen“. <BR /><BR /><b>Was sollte man am besten tun, damit das nicht passiert?</b><BR />Oberkofler: Ähnlich wie bei den finanziellen Fragen, sich frühzeitig damit befassen. Man sollte sich überlegen, mit welchen Aktivitäten man den neuen Lebensabschnitt füllen möchte. Die Menschen sind in ihren Prioritäten und ihren Gewohnheiten ja grundverschieden: Manche identifizieren sich sehr stark mit ihrer Arbeit und haben darauf ihren Fokus gerichtet. Außerhalb des Arbeitsbereiches sind sie kaum aktiv und pflegen kaum Freundschaften oder soziale Kontakte. Für sie bricht mit dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben oftmals eine Welt zusammen. Andere dagegen können es kaum erwarten, endlich viel Zeit zu haben für ihre Hobbys und Freizeitaktivitäten, für das Reisen, ihre Enkel oder für neue Herausforderungen und Ziele. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1284852_image" /></div> <BR /><b>Allerdings kommt hierbei unwiderruflich auch die Gesundheit ins Spiel: Manche Rentner sind noch sportlich und voller Energie, andere hingegen schlagen sich mit Beschwerden und Krankheiten herum …</b><BR />Oberkofler: Natürlich, wie auch sonst ist die Gesundheit die Grundvoraussetzung für alles andere. Wie gesagt, gibt es unterschiedlichste Situationen und Gegebenheiten, jeder Rentner und jede Rentnerin ist für sich zu sehen. Deshalb geben wir auch den Rat, sich besser nicht mit den Nachbarn oder mit anderen zu vergleichen, weil man sich dann so manche Enttäuschung erspart. Mit der Gesundheit ist auch das Phänomen verbunden, dass manche mit dem Renteneintritt krank werden. <BR /><BR /><b>Ist das tatsächlich oft der Fall oder nur eine landläufige Meinung?</b><BR />Oberkofler: Mit dieser Beobachtung kommen Ratsuchende jedenfalls oft zu uns. Sie haben Angst, ob man mit dem Renteneintritt tatsächlich schwächer und anfälliger für Krankheiten wird. Ich denke, das hat ganz allgemein mit dem Loslassen zu tun. Solange man im Arbeitsleben steht und auf Leistung getrimmt ist, funktioniert in der Regel auch der Körper. Erst wenn der Druck wegfällt, gönnt sich unser Körper eine Pause bzw. eine Auszeit. Ähnliches kennt man ja vom Urlaubsantritt: Endlich hat man ein paar freie Tage und dann wird man krank.<BR /><BR /><b>Woher kommt die Idee, so eine Thematik als Weiterbildung anzubieten? Und wie groß ist die Nachfrage?</b><BR />Oberkofler: Die Idee stammt Matthias Klauser, einem befreundeten Allgemeinmediziner. Er hatte schon den Kurs „Sterben für Anfänger“ initiiert, um über alle wichtigen Aspekte dieses wenig beleuchteten Themas aufzuklären. Eine Rundumberatung ist somit auch das Ziel beim zweitätigen Kurs „Rente für Anfänger“, neben uns beiden werden als Referenten auch die Psychologin Julia Kaufmann, der Vermögensberater Heinold Pider und die Physiotherapeutin und Mentaltrainerin Elke Larcher die Rententhematik ganzheitlich abdecken. Die Nachfrage ist groß, eine weitere Ausgabe des Kurses bereits in Planung. <BR /><BR />Interview: Alex Zingerle