Wer kennt ihn nicht, den versunkenen Turm im Reschensee? Dessen Bekanntheitsgrad soll nun verstärkt genutzt werden, um die Ferienregionen Obervinschgau und Reschensee zu bewerben. Das kommt nicht überall gut an...<BR /><BR /><BR />Die Ferienregionen Reschenpass und Obervinschgau machen sich marketingtechnisch gesehen selbstständig. Unter dem Leitmotto bzw. der Marke „Reschensee“ wird künftig mehr oder minder separat vermarktet.<BR /><BR />„Für uns ist der Tourismus überlebenswichtig, wir haben hier sonst nicht viel“, stellt der Grauner Bürgermeister Franz Prieth in diesem Zusammenhang zusammenfassend fest. Der Hintergrund ist, dass sich die Ferienregionen Reschenpass und Obervinschgau zusammenschließen und gemeinsam an einem Marketing- und Werbeauftritt basteln. <h3> Hier mehr Geld, dort weniger</h3>Das wäre an und für sich nicht weiter schlimm, wenn dies zugleich nicht einer Schwächung der Vinschgau-Marketing-Aktivitäten gleichkäme. Denn: Geldmittel für Vinschgau Marketing sollen in Richtung der neuen Marketing Konsortial GmbH fließen, welche die Marke „Reschensee“ bewerben soll. Die beiden Ferienregionen seien Mitglieder, zudem werde das Skigebiet Schöneben-Haider Alm eine gewichtige Rolle darin spielen, führt Franz Prieth aus. Gemeinsam mit der Ferienregion Obervinschgau zähle man rund eine Million Nächtigungen, das will man auch für die Zukunft absichern. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1094460_image" /></div> <BR />„Wir brauchen das Geld“, sagt Franz Prieth und ergänzt, dass das Marketing von IDM und Vinschgau Marketing nicht ausreichend sei, um am Markt so Bestand haben zu können, wie man es sich im Obervinschgau vorstellt. Daher der neue Weg: Man rede hier von Geldsummen im Ausmaß von geschätzten 500.000 bis 750.000 Euro aus Ortstaxe und Skigebietsbeiträgen, welche dann gezielt rund um die neue Marke eingesetzt werden können. <h3> Nicht jeder ist glücklich mit dem Alleingang</h3>Prieth weiß, dass nicht alle im Vinschgau den Alleingang gutheißen. „Wir brauchen das Geld aber und müssen touristisch am Ball bleiben“, bekräftigt er mehrfach. Mit den vorhandenen Ressourcen könne Vinschgau Marketing nicht das ganze Tal ausreichend abdecken, auch die IDM decke dieses gezielte Marketing für den Obervinschgau nicht ab. <BR />Der Grauner Bürgermeister gibt zu bedenken, dass die Gebiete der beiden Ferienregionen sehr gut zusammenpassten und dasselbe Produkt verkauften. Zudem bilde man eine der landesweiten funktionalen Gebiete. <h3> <h3> Bekanntheit des Turms noch mehr nutzen</h3> </h3>Der Reschensee samt Turm sei mittlerweile weitum bekannt, er werde in europäischen Hauptstädten an Flughäfen beworben – daher biete sich auch die Marke samt Logo an. Die neue Gesellschaft soll sich also um das Gebietsmarketing kümmern und dafür sorgen, dass der Tourismus der Gemeinden Glurns, Mals, Schluderns und Graun auch künftig rund läuft. <BR />Das ganze Vorhaben muss auch vor dem Hintergrund der touristischen Entwicklung im Oberland gesehen werden. Dort ist ein regelrechter Tourismusboom ausgebrochen, wie die Zahlen am Bau zeigen. Derzeit würden zwischen 300 und 400 Betten in Hotels bzw. sonstigen touristischen Einrichtungen entstehen oder seien in konkreter Planung, sagt Prieth. Insgesamt seien dann aber nochmals rund 100 Betten geplant und damit würden in der Gemeinde Graun 3500 Gästebetten vorhanden sein – was laut dem Bürgermeister auch „leicht verträglich“ ist. <h3> Auch das Skigebiet braucht möglichst viel Marketing</h3>Man habe aber auch ein funktionierendes Skigebiet und müsse schauen, dass dieses möglichst gut beworben wird. Dort seien in den kommenden Jahren Investitionen in z. B. die Liftanlagen nötig im Ausmaß von vielen Millionen Euro. Auch daher sei der neue Marketingweg wichtig, ergänzt Prieth. Er erinnert auch daran, dass man ohnehin im Vergleich wenig Geld für Werbung zur Verfügung habe – dieses müsse effektiv ausgegeben werden. <BR />Auf die Frage, ob die neue Marketingkooperation eine Vorstufe für eine Fusion der Ferienregionen darstelle, zeigt sich Prieth vorsichtig. An und für sich wäre das nicht grundsätzlich ausgeschlossen, aber davor müsse die Entwicklung am Watles abgewartet werden, der mehrheitlich Eigentum der Ferienregion Obervinschgau ist. Im Oberland gibt es große Investitionen zu stemmen und daher seien alle Schritte gut zu überlegen.