Die Zahl der registrierten Hundebisse ist gestiegen: 327 Bisse waren es im ersten Corona-Jahr 2020, 362 Bisse dann 2021. Während der Corona-Zeit haben sich viele Südtiroler einen Vierbeiner angeschafft: Die Zahl der Hunde stieg in Südtirol um 3000 an, berichtet Landesrat Arnold Schuler. Inzwischen würden aber wieder viele Hundehalter versuchen, ihren treuen Freund los zu werden. <BR /><BR />Wenn ein Hund einen Menschen beißt und er begibt sich daraufhin ins Krankenhaus oder zum Hausarzt, dann kommt eine Standard-Prozedur in Gang, erklärt Dr. Hintner. Der Tierärztliche Dienst bekomme eine Mitteilung über den Biss. Und dann werde der Besitzer kontaktiert und der Amtstierarzt überprüfe, ob der Hund auffällig ist. Auch eine Tollwut-Überprüfung findet statt – nach jedem Biss, der gemeldet wird, sagt Dr. Hintner. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="974569_image" /></div> <BR /><BR />Tollwut ist seit dem Ukraine-Krieg in Italien wieder ein Thema: Viele Ukrainer sind mit ihren Haustieren geflüchtet, berichtet Dr. Christian Piffer, Leiter des Tierärztlichen Dienstes des Sanitätsbetriebes. Im Osten der Ukraine habe es viele Tollwut-Fälle gegeben. In Italien poche das Ministerium deshalb bei Tieren aus der Ukraine auf erhöhte Aufmerksamkeit. Das Gleiche gelte aber auch für Hunde aus anderen Ländern wie etwa des Fernen Ostens (Indien) oder Afrika.<BR /><BR />Wenn ein Hund nach einem Menschen schnappt, so muss dieses aggressive Verhalten richtig gedeutet werden, erklärt die Hunde-Verhaltenstrainerin Dr. Giulia Morosetti. Wenn ein Hund auf einem Spazierweg einen ihm unbekannten Jogger verfolgt und ihn zwickt, so sei dies meist eine Aggression, die mit dem Jagdinstinkt zusammenhänge. In manchen Rassen sei dieser Jagdinstinkt drinnen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-62593112_quote" /><BR /><BR /> Wenn ein Kind Angst vor einem Hund habe und es dann wegläuft, schreit oder mit den Armen fuchtelt, dann können einige Hunde darauf ebenfalls aufgrund ihres Jagdinstinktes reagieren, erklärt Morosetti. Auch wenn ein Hund nicht ausreichend sozialisiert sei, z. B. auf Fremde oder für ihn ungewöhnlich aussehende Menschen, dann könne es passieren, dass ein Hund zubeißt.<BR /><BR />Eine wichtige Rolle spiele die verantwortungsvolle Erziehung des Hundes. Bei kleinen Hunden seien Hundehalter oft bei der Erziehung nicht so streng wie bei großen Hunden, berichtet Morosetti. Die Hundehalter denken, sie bräuchten sich bei kleinen Hunden weniger damit auseinander zu setzen, ob er aggressives Verhalten zeigt. Wenn es in der Familie des Hundehalters zu einem Hundebiss komme, so könnten mehrere Gründe dafür eine Rolle spielen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="974572_image" /></div> <BR /><BR />Ideal wäre es, wenn alle in der Familie in ähnlicher Weise mit dem Hund umgehen würden. Oft seien aber nicht alle Familienmitglieder in der Lage, den Hund korrekt einzuschätzen. Zudem seien nicht alle in der Familie imstande, Warnsignale des Tieres gleich gut zu verstehen. Wenn z. B. ein Kind dauernd einen Hund umarmt, drückt und am Fell zieht, dann könne es dem Vierbeiner irgendwann zu viel werden. Dann helfe sich der Hund selbst, um aus dieser für ihn unangenehmen Situation wieder herauszukommen. <BR /><BR />Den Hund richtig zu verstehen und artgerecht zu behandeln, sei das Um und Auf. Manche Hunde können besonders kräftig zubeißen: „Wir haben über 350 Hunderassen. Manche Hunderassen haben eine Beißkraft, die gefährlich sein kann. Sie werden so gezüchtet, dass ihre kräftigen Kiefer mehr Schaden anrichten“, erklärt Morosetti. <BR /><BR />