Mittwoch, 08. Juli 2015

Der Untersberg fordert sein Opfer: Höhlenforscherin tot

Noch vor einem Jahr war sie bei der spektakulären Rettungsaktion für den Höhlenforscher am Untersberg dabei. Nun kam die Salzburger Höhlenforscherin (45) am selben Berg an der österreichisch-bayerischen Grenze bei einem Steinschlag ums Leben.

Trotz großem Rettungsaufgebot verstarb die Frau. Foto: Rotes Kreuz Bayern
Trotz großem Rettungsaufgebot verstarb die Frau. Foto: Rotes Kreuz Bayern

Helfer stiegen am Dienstag zu der 45-jährigen Salzburgerin ab, doch sie erlag ihren schweren Verletzungen, berichtete die Salzburger Bergrettung. Der ORF berichtete in der ZIB 2.

Steinschlag wird Frau zum Verhängnis

Die 45-Jährige war mit drei anderen Personen am Nachmittag im Bereich der Mittagsscharte in einer noch nicht erforschten Höhle unterwegs, als sie in 70 Metern Tiefe von einem herabfallenden Stein getroffen wurde.

Nach dem Steinschlag auf Salzburger Gebiet schlugen die Begleiter der erfahrenen Forscherin schnell Alarm. 

 

Der Einstieg zur Höhle. Foto: Rotes Kreuz Bayern

Die Begleiter der Frau leisteten umgehend Erste Hilfe.

Vier Hubschrauber brachten nach der Alarmierung Retter und Material zum Höhleneingang in rund 1.600 Metern Seehöhe. Insgesamt standen in den Abendstunden 21 Bergretter, 30 Höhlenretter, Alpinpolizei, das Rote Kreuz und mehrere Hubschrauber im Einsatz.

Notärzte waren nach weniger als 45 Minuten bei der bereits bewusstlosen Frau. Es dauerte allerdings mehr als vier Stunden, um sie zu bergen. In dieser Zeit verstarb sie.

45-Jährige half bei Riesending-Rettungsaktion

Der Einsatz am Dienstag weckte Erinnerungen an die zweiwöchige Rettung eines Höhlenforschers im Juni 2014. Der Forscher hatte damals in der Riesending-Schachthöhle ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten, konnte in einem Großeinsatz aber geborgen werden und ist inzwischen wieder komplett genese (STOL hat berichtet).

Bei dem Riesending-Rettungseinsatz war die am Dienstag verunglückte 45-jährige Salzburger Höhlenforscherin aktiv beteiligt - genauso wie bei der Rettung eines 27-jährigen polnischen Höhlenforschers im August 2014 aus der Jack-Daniel’s-Höhle im Tennengebirge bei Abtenau (Tennengau).

Die Salzburgerin hat als Kindergartenpädagogin gearbeitet. Sie hinterlässt eine 17-jährige Tochter.

dpa

stol