<h3>Was ist der US-Friedensplan für Gaza?</h3>Kernpunkte des im September 2025 vorgelegten 20-Punkte-Plans sind nach einer anfänglichen Waffenruhe die Entwaffnung der Terrororganisation Hamas, der Abzug der israelischen Streitkräfte und ein umfassender Wiederaufbau unter internationaler Aufsicht. <BR /><BR />Am 9. Oktober 2025 unterzeichneten Israel und die Hamas ein Abkommen zur Waffenruhe. Darin wurde auch die Freilassung der verbliebenen Geiseln im Austausch gegen Tausende palästinensische Gefangene vereinbart sowie ein Teilrückzug israelischer Truppen, eine Aufstockung der Hilfslieferungen und die nun erfolgte Wiedereröffnung des Grenzübergangs Rafah.<h3> Wie ist die Lage aktuell?</h3>Die Kämpfe kamen auch nach Inkrafttreten der Waffenruhe nicht vollständig zum Erliegen. Den Gesundheitsbehörden in Gaza zufolge wurden seitdem mindestens 488 Palästinenser getötet. Laut israelischem Militär wurden in dieser Zeit vier Soldaten getötet. Die israelischen Streitkräfte haben sich zwar zurückgezogen, kontrollieren aber weiterhin über 53 Prozent des Gazastreifens. <BR /><BR />Fast alle der mehr als zwei Millionen Bewohner des Gazastreifens sind in einem Küstenstreifen zusammengedrängt, in dem die Hamas ihre Kontrolle wiederhergestellt hat. Palästinensische Gruppen und Hilfsorganisationen werfen Israel vor, weiter nicht die vereinbarte Menge an Hilfsgütern in den Gazastreifen zu lassen. Israel erklärt dagegen, es erfülle seine Zusagen.<h3>Was ist für die zweite Phase geplant?</h3>Nach dem Jahreswechsel leitete die US-Regierung die zweite Phase des Plans ein. Demnach soll der Gazastreifen von einem „technokratischen, unpolitischen“ Komitee aus Palästinensern und internationalen Experten regiert werden. Überwacht werden soll dieses Gremium von einem internationalen „Board of Peace“ (Friedensrat), dem unter der Leitung Trumps andere ausländische Politiker angehören sollen.<BR /><BR />Die zweite Phase sieht zudem die Entwaffnung der Hamas und die Demilitarisierung des Gazastreifens im Gegenzug für einen vollständigen Abzug der israelischen Truppen vor. Die Hamas soll noch über hunderte Raketen und tausende leichte Waffen verfügen. Zwei Hamas-Vertreter sagten der Nachrichtenagentur Reuters jedoch, weder die USA noch die Vermittler hätten konkrete Pläne für eine Entwaffnung vorgelegt. Zwei hochrangige israelische Regierungsvertreter sagten Reuters, das Militär bereite sich für die Wiederaufnahme der Kämpfe vor – für den Fall, dass die Hamas ihre Waffen nicht abgebe.<h3> Welche weiteren Punkte sind ungeklärt?</h3>Eine internationale Stabilisierungstruppe soll für Sicherheit und Frieden sorgen. Ihre Zusammensetzung, ihre Rolle und ihr Mandat sind jedoch noch offen. Die Palästinensische Autonomiebehörde, die international anerkannt ist und im besetzten Westjordanland für die eingeschränkte Selbstverwaltung zuständig ist, soll Reformen umsetzen, bevor sie eine Rolle im Gazastreifen übernimmt. Details dazu sind nicht bekannt.<BR /><BR />Auch die Finanzierung und Überwachung des Wiederaufbaus sind noch nicht geklärt. Trumps Schwiegersohn Jared Kushner stellte Pläne für ein „Neues Gaza“ vor, das von Grund auf neu aufgebaut werden soll. Der Plan geht jedoch nicht auf Eigentumsrechte oder Entschädigungen für Palästinenser ein, die ihre Häuser und Lebensgrundlagen verloren haben.