Donnerstag, 12. Oktober 2017

"Desaströse Impfrate" - nächstes Ultimatum ist der 10. März

Die deutschen Kinder sind die bösen, bei den italienischen und ladinischen ginge es ja noch: Der Chef der Obersten italienischen Gesundheitsbehörde Walter Riccardi hat die Impfrate in Südtirol unter den deutschsprachigen Kindern als desaströs bezeichnet - und gibt der unwilligen Politik eine Mitschuld. Er stellt den Behörden und Eltern mit 10. März ein weiteres Ultimatum.

Vor allem deutschsprachige Kindergartenkinder sind nicht geimpft, beanstandet die Oberste italienischen Gesundheitsbehörde.
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Vor allem deutschsprachige Kindergartenkinder sind nicht geimpft, beanstandet die Oberste italienischen Gesundheitsbehörde. - Foto: © shutterstock

Seit der neuen Regelung zu den Pflichtimpfungen habe sich die Rate in fast allen Regionen des Staates gebessert und das innerhalb von zwei Monaten - was besser sei, als vorgesehen, so die Oberste Gesundheitsbehörde Italiens. Als besorgniserregend eingestuft wurde die Situation allerdings in der Provinz Bozen. 

"Die Daten sind alarmierend - vor allem für die deutschsprachigen Kinder", beanstandet Riccardi. 

Impfstatus bis 21. September 2017 melden

Trotz anders lautender Regelung würden Hunderte von nicht geimpften Kinder eine Kindertagesstätte oder den Kindergarten besuchen. "Doch das Gesetz ist in der Hinsicht sehr klar", so Riccardi. Die Information über den Impfstatus der Kinder war in den Betreuungseinrichtungen bis 21. September zu hinterlegen (STOL hat berichtet). In vielen Fällen sei dies einfach nicht geschehen. 

"Während man die Situation in den ladinischen und italienischen Strukturen mit vereinzelten Fällen noch als akzeptabel bezeichnen kann, war die Lage in den deutschen Kindergärten von Beginn an desaströs", so Riccardi. In den ladinischen Kindergärten zählt man 48 Fälle, in den italienischen Strukturen nicht mehr als ein Dutzend. 

Bei den deutschen Strukturen sei von 12.500 Kindergartenkindern jedes Zehnte nicht in Ordnung was den Impfstatus betreffe (STOL hat berichtet). 

Nächster Stichtag: 10 März 2018

Der Chef der Obersten italienischen Gesundheitsbehörde sieht die schlechte Situation auch von der unwilligen Politik verschuldet. Er forderte von der lokalen Autorität und Verwaltung einen Akt der Verantwortung. 

Riccardi hatte in den vergangenen Tagen einen Brief an die Schulführung verfasst, indem er die Zuständigen auffordert, den Elten eine Richtigstellung bzw. Meldung des Impfstatus abzuverlangen. Riccardis Ultimatum: der 10. März 2018.

stol/ker

stol