Männer neigen dazu, mehr zu rauchen, sie trinken mehr, und leiden häufiger an Übergewicht. Zudem vernachlässigt das männliche Geschlecht oft seine Gesundheitsvorsorgeuntersuchung. All diese Verhaltensweisen erhöhen laut dem deutschen Bildungskanal „Ard alpha“ das Risiko für eine Vielzahl von Krankheiten.<h3> Übergewicht</h3>Übergewicht spielt eine wichtiger Rolle in Sachen Lebenserwartung. Statistiken des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen, dass mehr als 60% der deutschen Männer (Stand 2021) übergewichtig sind, im Vergleich zu knapp 47% der Frauen. Dies führt zu einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes Typ 2. Die Ernährungsgewohnheiten spielen hierbei eine große Rolle, wobei Männer oft mehr Fleisch konsumieren, was mit einem höheren Risiko für Darmkrebs einhergeht.<BR /><h3> Höhere Risikobereitschaft</h3>Auch riskantes Verhalten trägt dazu bei, dass Männer früher sterben. „Vor der Pubertät haben Mädchen und Jungen das gleiche Risikoverhalten. Danach ist es bei Jungen viel höher. Da springen sie von Brücken, legen sich mit 240 Stundenkilometern in die Kurve […] Nicht ohne Grund gibt es wesentlich mehr männliche Unfalltote“, sagt Prof. Dr. Frank Sommer, Urologe und weltweit erster Professor für Männergesundheit gegenüber „Ard alpha“.<h3> Sucht</h3>Männer trinken und rauchen mehr als Frauen. Deshalb sind Männer anfälliger für Suchtkrankheiten. Obwohl Männer laut dem Epidemiologischen Suchtsurvey (ESA) statistisch gesehen mehr trinken (Stand 2021), stuft das weibliche Geschlecht ihren Alkoholkonsum schneller als problematisch ein. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben weltweit dreimal so viele Männer an den Folgen des Alkoholkonsums wie Frauen (Stand 2022).<h3> Psychische Gesundheit</h3>Auch unsere psychische Gesundheit wirkt sich auf unsere Lebenserwartung aus. Und Männer neigen dazu, ihre psychischen Probleme zu verbergen oder gar zu leugnen, weiß Dr. Frank Sommer: „Ich bin stark, ich bin groß, ich bin unbesiegbar. Das schwirrt so in den Köpfen rum. Mich trifft es nicht.“ <BR /><BR />Diese Haltung geistert besonders oft in Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen in den Köpfen vieler Männer umher. So diagnostizieren Ärzte bei Männern seltener seelische Leiden und verschreiben seltener entsprechende Medikamente. Zudem äußern sich Depressionen bei Männern oft anders als bei Frauen.<h3> Vorsorgeuntersuchungen</h3>Gezielte Vorsorgeuntersuchungen könnten viele dieser Probleme abmildern. Doch nehmen Männer Vorsorgeuntersuchungen seltener in Anspruch, insbesondere im Bereich der Krebsfrüherkennung: 40 Prozent der Männer gaben laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Stand 2020) an, regelmäßig Krebsfrüherkennungsuntersuchungen zu machen. Während es bei den Frauen etwa 67 Prozent waren.<BR /><BR />Die Zahlen verdeutlichen, dass das Bewusstsein für Gesundheit bei Männern noch gestärkt werden muss. „Wichtig wäre es, Jungen das gleiche Körperbewusstsein mitzugeben wie Mädchen. Frauen sind es ab der Menstruation gewöhnt, sich regelmäßig untersuchen zu lassen - und nicht erst bei Problemen,“ sagt Anne Starker, Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring beim RKI dem deutschen Bildungskanal.