Allemal schneidet die deutsche Schule erneut besser ab als die italienische. Wie man damit umgeht, sorgt in der SVP für Turbulenzen. <BR /><BR />Die Lesekompetenz hat in vielen europäischen Ländern abgenommen – und das soll Indiskretionen zufolge auch in Südtirol nicht anders sein. Den Grund sehen viele in der Übernutzung digitaler Medien. Jugendliche überfliegen Texte nur mehr. Dass die deutsche Schule bei PISA deutlich besser abschneidet, ist Fluch und Segen zugleich. Je besser das eine System, desto mehr steigt der Druck auf die deutsche Schule, weil Eltern ihre Kinder mit fehlenden Sprachkenntnissen einschreiben.<BR /><BR />Das sorgt in der SVP für Spannungen. Bozens Stadträtin Johanna Ramoser hat ein Treffen mit Harald Stauder im SVP-Koordinierungsausschuss beantragt. „Wir müssen unbedingt weitermachen. Wo bleibt zum Beispiel die beschlossene Sprachstanderhebung im Kindergarten?“, fragt Ramoser.<BR /><BR />Die kommt, allerdings anders, als es sich viele vorgestellt haben. „Wir setzen heuer im Kindergarten zwei neue Bausteine zur sprachlichen Bildung um“, so Bildungslandesrat Philipp Achammer. Der eine nennt sich Mehrsprachenkontext und sei ein validiertes Instrument der TU Dortmund. <BR /><BR />Mit wissenschaftlicher Begleitung werden die Sprachkenntnisse des Kindes bei Ein- und Austritt in den Kindergarten beobachtet, gezielte Förderung erarbeitet und mit den Eltern bearbeitet. De facto ist dies für Achammer bereits die Sprachstanderhebung. „Es sind wissenschaftlich fundierte Beobachtungen. Ich habe nie von einem Sprach-Test geredet“, sagt der Landesrat.<h3> „Ramosers Aussage entspricht nicht den Tatsachen“</h3>Baustein Nr. 2 ist ein einheitlicher Übergabebogen, den Schulen über ihre ABC-Schützen erhalten. Neu ist, dass das Dokument für alle Kindergärten gleich sein wird. „Es enthält den wissenschaftlich erhobenen Sprachstand des Kindes, damit sich Schulen besser vorbereiten und Ressourcen gezielt einsetzen können“, so Achammer. <BR /><BR />Für die Schulen startet nächste Woche ein Aufruf an pensionierte Lehrer, die man für die Nachmittagsbegleitung gewinnen wird. „Ramosers Aussagen in Medien, wonach Bozner Schüler aus sprachlichen Gründen in Nachbargemeinden abwandern, entsprechen nicht den Tatsachen“, so Achammer. Laut Daten seien es höchstens 50 von 1.600.<BR /><BR />Ramoser gibt nicht klein bei. „Was ist die Folge all dieser Erhebungen für Kinder, die beim Austritt aus dem Kindergarten nicht genügend Deutsch können? Bleiben sie in der italienischen Schule oder ein Jahr länger im Kindergarten? Das ist zu klären.“