Im Oktober haben die Transitfahrten am Brenner die Zwei-Millionen-Schallmauer durchbrochen. Wegen der im Vorfeld heftig diskutierten Sanierung der 1,8 Kilometer langen Luegbrücke bei Gries am Brenner wurde das so früh noch gar nicht erwartet. Trotz der Bauarbeiten auf der längsten Brücke der Brennerautobahn rollt der Straßengüterverkehr ungehindert weiter. Dies berichtet tt.com.<h3> Heuer bereits 2,04 Mio. Fahrten</h3>In den ersten zehn Monaten des heurigen Jahres wurden bisher 2,041 Millionen Lkw-Fahrten bei der Mautstelle Schönberg gezählt. Das sind bereits um knapp 40.000 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. In den Monaten September und Oktober betrugen die Steigerungen sieben bzw. 3,4 Prozent. Im November und Dezember dürften noch einmal bis zu 400.000 Straßentransporte über den Brenner hinzukommen und damit zu Jahresende 2,4 Millionen Fahrten zu Buche stehen.<BR /><BR />Während das steigende Lkw-Aufkommen in den vergangenen Monaten zwischen Innsbruck und dem Brenner deutlich sichtbar wurde, hat der Individualverkehr abgenommen. Es waren um 676.000 Pkw weniger von Jänner bis Ende Oktober. Das führte auch zu einem Rückgang der Gesamtverkehrsfrequenz auf 11,9 Millionen Fahrzeuge auf der Brennerachse zwischen Tirol und Südtirol.<BR /><BR />Landeshauptmann Anton Mattle (VP) bilanziert die vorliegenden Transitzahlen mit gemischten Gefühlen. „Ich erinnere daran, dass die Transitlobby wegen der Luegbrücke das Nachtfahrverbot aushebeln wollte. Wir sind aber hart geblieben. Der von der Transitlobby beschworene Verkehrskollaps ist dank der Tiroler Techniker und Ingenieure bislang ausgeblieben.“<h3> Mattle hat keine Freude mit Verkehrsbelastung</h3>Keine Freude hat er mit der steigenden Verkehrsbelastung. „Wir merken, dass die Wirtschaft langsam, aber doch wieder anspringt. Das ist positiv, zeigt aber gerade entlang des Brennerkorridors, dass damit auch wieder die Verkehrsbelastung steigt. Wer ein wirtschaftlich erfolgreiches Europa will, der muss voll und ganz auf die Verlagerung auf die Schiene setzen.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1235202_image" /></div> <BR /><BR />Dass der Verkehrskollaps trotz der Sanierung der Luegbrücke ausgeblieben ist, bezeichnet er als Beispiel dafür, „dass unsere innovativen Lösungen und Vorschläge erfolgreich sind“. Deshalb sollten Deutschland und Italien auch den nächsten Schritt bei dem von Tirol, Südtirol und Bayern forcierten intelligenten Verkehrsmanagement – also beim Slot-System mit buchbaren Zeitfenstern für Lkw – machen. Mattle: „Der hohe Verkehrsdruck auf der Straße darf nämlich kein Dauerzustand sein.“<h3> „Deutschland muss in die Gänge kommen“</h3>Das wird er am 19. November auch den Mitgliedern des Verkehrsausschusses im Deutschen Bundestag ans Herz legen. Diese begeben sich auf Transitmission zum Brenner. Basistunnel und Luegbrücke stehen auf dem Programm.<BR /><BR />Mit einer klaren Haltung will der Landeshauptmann deshalb die Gespräche mit den deutschen Verkehrspolitikern führen. „Deutschland muss bei der Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel in die Gänge kommen.“ Generell würden sie vor Ort selbst sehen, dass es mit so viel Transitverkehr auf der Straße nicht mehr weitergehen könne und warum Tirol die strengsten verkehrsbeschränkenden Maßnahmen aller Regionen eingeführt habe.