Dass sich der Abgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit im Landtag eines Dialekts bedient, der mitunter selbst den deutschen Abgeordneten nicht geläufig ist, sorgt seit Längerem für Schlagzeilen. Jetzt erreicht der Sprachenstreit einen Höhepunkt. <h3> Schreiben von Bianchi und Galateo</h3>Hintergrund ist ein Schreiben der italienischen Landesräte Christian Bianchi und Marco Galateo an die Fraktionssprecher, den Dialekt bei Landtagsreden abzustellen. „Es geht nicht darum, den Dialekt an sich zu verbieten, der Ausdruck von Identität ist“, stellt Bianchi klar. Vielmehr sei im Landtag Hochdeutsch zu verwenden, um Übersetzung, Protokollführung und Verständlichkeit für alle (Aula, Tribüne, online) zu garantieren. Auch im Regionalrat von Venetien benutze keiner den „Dialetto Veneto“.<BR /><BR />Landtagspräsident Schuler stellt klar, dass die Geschäftsordnung des Landtags keine Regeln und Sanktionen bei Verwendung des Dialekts vorsieht. „Die waren bisher nie nötig, denn seit Jahrzehnten haben sich alle bemüht, eine Standardsprache zu verwenden.“ Dies aus Respekt für andere, die sich bemühen, Deutsch zu verstehen oder deren Job mit Übersetzung und Protokoll daran hängt. „Oder die uns zuhören“, so Schuler. Die Grande Dame der Süd-Tiroler Freiheit, Eva Klotz, habe Kultur- und Meinungsträger erst vor Kurzem in einem Leserbrief zu Hochdeutsch aufgefordert. Das Beispiel Elsass zeige, dass das sogenannte „Kuchldeutsch“ nicht vor dem Niedergang der Hochsprache schütze. <h3> „Gendern ist nicht verständlicher“</h3>„Klotz ist Klotz. Ich bin aber Zimmermann und bleibe authentisch“, kontert Rabensteiner. Die italienischen Landesräte verstünden weder Dialekt noch Hochdeutsch. „Dass Italiener uns vorschreiben, wie wir im Landtag reden, ist bedenklich. Dass unser Dialekt als zu minderwertig für den Landtag befunden wird, ist beschämend.“ Er rede bewusst langsam fürs Protokoll, bleibe aber beim Dialekt. „Die Anglizismen, Italianismen und das Gendern der anderen sind nicht verständlicher.“ <BR /><BR />Sang- und klanglos wird das nicht abgehen. Die Fraktionssprecher haben Schuler beauftragt, Rabensteiner künftig abzumahnen, also zu unterbrechen und zum Hochdeutschen anzumahnen. „Ich werde versuchen, nochmals mit ihm zu reden, um Ermahnungen in der Aula zu vermeiden“, so Schuler. Sollte dies nicht fruchten, werde er Rabensteiner aber auch in der Aula abmahnen.