Freitag, 23. Oktober 2015

Dialyse und hoffen auf ein Spenderorgan - immer mehr Betroffene

Immer mehr Menschen in Südtirol benötigen aufgrund von Nierenversagen eine Dialyse oder Transplantation. Derzeit sind 545 Patienten im Land registriert, 53 davon hoffen auf ein Spenderorgan. Eine zunehmende Herausforderung - für Ärzte, wie Betroffene.

70 Patienten mussten in Südtirol in diesem Jahr mit einer Dialyse beginnen.
Badge Local
70 Patienten mussten in Südtirol in diesem Jahr mit einer Dialyse beginnen. - Foto: © shutterstock

In den vorangegangenen Jahren wurde in Südtirol noch die niedrigste Anzahl an neuen Dialysepatienten registrieren: 12-13 neue Patienten pro 100.000 Einwohner im Vergleich zum nationalen Durchschnitt von 16 bis 17 Patienten. Doch diese Zeiten scheinen leider vorbei. 

Die Anzahl der registrierten Patienten ist kontinuierlich im Steigen begriffen: von 500 im Jahr 2012 auf heuer bereits 545 (Daten bis 30. September).

Die Anzahl der Dialysepatienten nahm von 261 (Dezember 2012) auf 279 (September 2015) zu, während die Transplantierten von 239 im Jahr 2012 auf 266 bis zum 30. September 2015 anstiegen.

Immer mehr Dialysepatienten

Der aktuelle Trend, falls dieser bis Ende des Jahres bestätigt wird, wäre mit Abstand der schlechteste in den letzten Jahren und würde über dem nationalen Durchschnitt liegen. In den ersten neun Monaten dieses Jahres mussten nämlich 70 Personen eine Dialyse beginnen, eine erhebliche Zahl, wenn man bedenkt, dass es im ganzen Jahr 2014 weniger als 60 waren.

Ein Netzwerk der Dialyse-Dienste

Dieser Anstieg der Dialysepatienten führt zu vermehrten organisatorischen und klinischen Problemen in den verschiedenen Dialysezentren der Provinz. Um dennoch allen Patienten einen hohen Standard der Leistungen zu garantieren, wurde ein Netzwerk der verschiedenen Dialyse-Dienste gegründet.

Dieses Netzwerk muss zusätzlich zur Gewährleistung der Effizienz und Qualität, die Problematiken der Dialyse-Dienste nach den Kriterien der Kosten/Nutzen-Rechnung koordiniert verwalten.

“Wesentlich ist, diese Patienten gut zu versorgen und ihnen die Hoffnung zu geben zu einer Transplantation zu kommen", sagte Gesundheitslandesrätin in Anbetracht der vorliegenden Daten. 

53 Patienten warten auf eine Nierentransplantation

Die Anzahl der durchgeführten Nierentransplantationen betrugt in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 15, bedeutend weniger als im Ausnahmejahr 2014, in dem 30 Transplantationen durchgeführt wurden.

Auf der Warteliste für eine Nierentransplantation stehen derzeit 53 Personen. Diese Zahl wird voraussichtlich ansteigen, da viele der neuen Dialysepatienten noch nicht in der Warteliste eingetragen sind.

Die Spendebereitschaft im Land

Bezüglich der Organspenden werden 2015 auf Provinzebene gute Ergebnisse verzeichnet: Gezählt werden 10 Spender mit 7 tatsächlichen Spenden (drei Spender waren nicht geeignet). Viermal wurde eine Spende abgelehnt. 

Die Bereitschaft zur Organspende sei aufgrund der Sensibilisierungskampagne (die auch von STOL mitgetragen wird) gestiegen, so der Primar der Nephrologie Dr. Bruno Giacon. 

stol

stol