Nach Angaben des Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) setzte sich die Aktivität an den Öffnungen des Ätna auf einer Höhe von rund 2.750 und 2.360 Metern fort. Der am weitesten vorgedrungene Lavastrom wurde weiterhin gut mit Magma versorgt und erreichte damit eine Höhe von rund 1.370 Metern. Parallel dazu setzte sich eine intensive explosive Aktivität am Krater Voragine fort. Dabei wurden große Mengen Vulkanasche ausgestoßen, die vor allem an der Südseite des Ätna niedergingen. Auch in mehreren Ortschaften am Vulkan sowie in Catania war die Asche zu beobachten.<BR /><BR />Die Vulkanaktivität hat unmittelbare Auswirkungen auf den Flugverkehr. Infolge der Aschewolken am Himmel wurde der Flugbetrieb auf dem Flughafen Catania bis Mittwoch um 11.00 Uhr komplett gestoppt. Auch zuvor schon hatten kaum noch Flugzeuge starten und landen können. Mehr als 200 Flüge mussten umgeleitet oder ganz gestrichen werden. Auf dem Flughafen der 300.000-Einwohner-Stadt Catania kam es zu chaotischen Szenen. Manche Familien mussten dort übernachten. Zudem sind die Flüge von anderen Flughäfen und die Züge weg von der Insel ausgebucht.<BR /><BR />Die Aschewolke des Ätnas hat am Dienstag auch den Flugverkehr auf Malta beeinträchtigt. Mehrere Fluggesellschaften mussten während der Hauptreisezeit Flüge auf die Mittelmeerinsel absagen. Der Flughafen Malta teilte mit, wegen der Vulkanasche über den maltesischen Inseln komme es derzeit zu Flugausfällen und Verspätungen. Bis zum Dienstagnachmittag seien 19 Flüge gestrichen worden, sagte ein Flughafensprecher. Weitere Verbindungen hätten erhebliche Verspätungen gehabt. Der internationale Flughafen von Malta liegt rund 220 Kilometer südlich des Ätna.<BR /><BR />Während der Flughafenbetrieb unter der Eruption leidet, entwickelt sich der Ätna zugleich zum Anziehungspunkt für zahlreiche Besucher. Besonders bei Einbruch der Dunkelheit machen sich Wanderer und Schaulustige auf den Weg zu den Aussichtspunkten, von denen aus die rot glühenden Lavaströme beobachtet werden können. Die Behörden und Rettungskräfte warnen allerdings vor unvorbereiteten Ausflügen in das teilweise schwierige Gelände.<BR /><BR />Ein junges Paar aus der Provinz Catania musste gerettet werden. Die beiden hatten sich zu einem Aussichtspunkt begeben, von dem aus die Lavafelder zu sehen sind. Auf dem Rückweg verloren die beiden jedoch die Orientierung und fanden den markierten Weg zu ihrem Ausgangspunkt am Parkplatz nicht wieder. Sie gerieten in ein besonders unwegsames Gebiet und setzten schließlich über die Notrufnummer einen Hilferuf ab. Sie wurden in Sicherheit gebracht.<BR /><BR />Nach Angaben der Rettungskräfte sind solche Einsätze angesichts des derzeitigen Besucherandrangs keine Seltenheit. Hunderte Menschen versuchen vor allem nachts, die spektakuläre Eruption aus möglichst großer Nähe zu beobachten. Dabei sind jedoch nicht alle ausreichend ausgerüstet oder mit den Wegen und den Gefahren des Vulkans vertraut.