Im Jahr 2010 wurden in Südtirol über 1.400 Fälle von bösartigen Tumoren bei Männern und 1.100 bei Frauen verzeichnet; an die zwölf Prozent der Neuerkrankungen – bei Männern wie bei Frauen – sind Kolon-Rektum-Karzinome (Dickdarm- und Enddarmkrebs).Das neue Vorsorgeprogramm wird ab 1. Juli dieses Jahres anlaufen, betroffen sind rund 104.500 Männer und Frauen, die im Zwei-Jahres-Rhythmus vom Sanitätsbetrieb dazu eingeladen werden: Als erster Schritt wird das Blut im Stuhl untersucht; bei positivem Befund wird eine Koloskopie durchgeführt. Außerdem, will man die Informationsangebote verbessern und dadurch die Teilnahme an der Vorsorge erhöhen.Die Bekämpfung von Gebärmutterhalskrebs und Brustkrebs wird in Südtirol seit den 1990er-Jahren massiv vorangetrieben. Wichitg dabei ist die Einführung der Dünnschichtmethode beim Pap-Test-Screening, die von besserer Qualität ist und Fehldiagnosen durch computergestütztes Vormustern der Präparate verringert.Was die Früherkennung von Brustkrebs anbelangt so die Zusammenarbeit zwischen den Krankenhäusern Meran und Brixen wichtig, die ein überbetriebliches Brustgesundheitszentrum eingerichtet und die Uni-Frauenklinik Innsbruck miteingebunden haben. Die Inzidenzrate ist in Südtirol niedriger als auf gesamtstaatlicher und auch auf europäischer Ebene.Geschätzte 50 bis 60 Prozent aller Krebsarten sind vermeidbar, und viele Krebsarten können geheilt werden - vorausgesetzt, sie werden frühzeitig erkannt.