Was für eine groteske Geschichte rund um die Nachmittagsbetreuung von 302 deutschen Grund- und Mittelschülern in Meran. Die Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt springt wegen des Unvermögens der Gemeinde Meran für diese ein, organisiert den Dienst und hat nun noch die üble Nachrede. Ex-Bürgermeister Andrea Rossi (Grüne) wähnte sogar eine finanzielle Ungleichbehandlung der Italiener und will in einer Anfrage wissen, ob die Bezirksgemeinschaft den Dienst auch für italienische Schulen anbieten wolle.<BR /><BR /> Stein des Anstoßes: Der Beschluss der Bezirksgemeinschaft, 250.000 Euro für die Nachmittagsbetreuung an deutschen Schulen zu zahlen. „Weil die Gemeinde Meran – im Übrigen die einzige im Burggrafenamt – nicht imstande war, die Nachmittagsbetreuung für die deutschen Grund- und Mittelschüler zu organisieren, sind wir eingesprungen. Heuer bereits das zweite Jahr“, stellt Luis Kröll, Präsident der Bezirksgemeinschaft, uns gegenüber klar. Eine Landesbestimmung sehe vor, dass sich jede Gemeinde selbst um die Nachmittagsbetreuung der Schüler zu kümmern habe, nicht die Bezirksgemeinschaft. Detail am Rande: Die italienischen Schulen organisieren sich die Nachmittagsbetreuung mit jenen Vereinen, die den Dienst anbieten, in Eigenregie. Auf deutscher Seite haben die Schulen signalisiert, dass sie das nicht schafften und die Gemeinde Meran überdies auch nicht. <BR /><BR />„Auf die Gefahr hin, dass nix passiert, ist die Bezirksgemeinschaft eingesprungen“, sagt Florian Prinoth, Direktor der Sozialdienste. Über die Sozialgenossenschaft „Kinderwelt“, den Jugenddienst Meran und die Vereinigung „Vivit“ wird die Nachmittagsbetreuung für die Grundschulen Gilm, Tappeiner, Karl Wolf, Erckert und Schweitzer sowie für die Mittelschulen Karl Wolf und Rosegger angeboten. Kostenpunkt 250.000 Euro pro Schuljahr. „80 Prozent der Kosten sollten wir von der Landesfamilienagentur zurückbekommen. Aber man sucht an und weiß nicht, wie viel man letztlich zurückbekommt. Dieses Risiko wollen und können Vereine nicht eingehen“, sagt Prinoth. <BR /><BR />„Wir haben diesen Dienst im vergangenen Jahr und fürs heurige Schuljahr über den Sozialdienst organisiert, weil wir nicht wollten, dass die deutschen Schüler außen vor bleiben, während der Dienst für die italienischen Kinder organisiert wird. Aber jetzt ist damit Schluss. In einem Schreiben haben wir die Gemeinde Meran angemahnt, dass heuer das letzte Jahr ist“, sagt Kröll. Er ist verärgert über die Meraner Darstellung. „Das ist doch ein schlechter Witz und wir im falschen Film, wenn es jetzt von Seiten des Ex-Vizebürgermeisters Rossi heißt, ob wir den Dienst nicht auch noch für die italienischen Schüler übernehmen könnten. Hier werden Tatsachen komplett verdreht. Denn ist es einzig und allein Aufgabe der Gemeinde. Meran hat seine Hausaufgaben zu machen“, stellt Kröll klar.