Die sogenannte 600-Euro-Affäre vom Sommer 2020 gewinnt wieder an Aktualität: Die Ermittlungen gegen 2 Beamte des Nationalen Instituts für Sozialfürsorge NISF/INPS ist in der Endphase – sie müssen am 22. September zur Vorverhandlung vor Gericht erscheinen. <BR /><BR />Es handelt sich dabei um Markus Auerbach und Mauro Minniti, den ehemaligen Landtagspräsidenten. Sie sollen 2020 unerlaubt auf Daten von 20 Landespolitikern zugegriffen und einige davon in Umlauf gebracht zu haben. <BR /><BR />Die Vorgeschichte: Im August 2020 waren Information darüber an die Medien zugespielt worden, welche Landespolitiker die Notstandshilfe für finanzielle Härtefälle während der Coronakrise in Höhe von 600 Euro beantragt hatten. <BR />Tatsächlich einen Antrag gestellt hatten der ehemalige Landeshauptmann-Stellvertreter Arnold Schuler, Team-K-Fraktionschef Paul Köllensperger und die beiden SVP-Mandatare Helmut Tauber und Gert Lanz. Am folgereichsten war die Affäre wohl für Schuler: Er wurde als Landeshauptmann-Stellvertreter abgesetzt. <h3> Zahlreiche Beweise gesammelt</h3> Wie sich nun herausstellte, sollen die Minniti und Auerbach auf die Informationen von insgesamt 20 Landespolitikern zugegriffen haben – neben jenen der obengenannten nämlich auch auf jene von Landeshauptmann Arno Kompatscher, der Landesräte Philipp Achammer, Thomas Widmann (alle SVP) und der Landtagsabgeordneten Riccardo Dello Sbarba (Grüne), Myriam Atz-Tammerle und Sven Knoll (beide Süd-Tiroler Freiheit), Peter Faistnauer (Perspektiven für Südtirol), Carlo Vettori (Forza Italia), Jasmin Ladurner, Magdalena Amhof, Franz Locher, Manfred Vallazza (alle SVP), Alex Ploner (Team K) und Josef Unterholzner (Enzian). <BR /><BR />Nachdem die Informationen in Umlauf gekommen waren, erstattete die NISF-Direktion Anzeige, indes konnte die Staatsanwaltschaft im Rahmen der Voruntersuchung zahlreiche Beweisquellen sammeln – darunter auch die Ergebnisse der forensischen Analyse des Informatiksysteme des Fürsorgeinstituts. <BR />Allein diese sollen bereits ausreichende Hinweise darauf enthalten, dass Minniti und Auerbach im August 2020 auf die Akten der betroffenen Landespolitiker zugegriffen haben.<BR />