Das Ehepaar soll im Juni 2010 in Schanghai von einem Agenten des chinesischen Geheimdienstes angeworben worden sein. <BR /><BR /><BR /><BR />Geht es nach der deutschen Bundesanwaltschaft, sollen sich nicht nur der deutsche Politologe Klaus Lange (75), sondern auch seine Frau, die Gaiserin Klara Knapp (64), wegen mutmaßlicher Agententätigkeit verantworten. Der Verdacht: Die beiden sollen 9 Jahre lang Informationen an einen chinesischen Geheimdienst weitergegeben haben.<BR /><BR />Wie die Behörde in Karlsruhe jetzt bekanntgab, wurde bereits am 20. Mai vor dem Staatsschutzsenats des Oberlandesgerichts München Anklage gegen die beiden erhoben. Das Münchner Gericht muss nun entscheiden, ob ein Hauptverfahren eingeleitet wird.<BR /><BR /><b>Fassungslosigkeit in der Gemeinde</b><BR /><BR />In Gais lebte das Ehepaar im Löfflerweg. Klara Knapp ist aus Gais aus alteingesessener Familie gebürtig. Sie war Englischlehrerin am Realgymnasium in Bruneck. Als gegen ihren Ehemann heuer im Juni in Deutschland ein Haftbefehl erlassen worden war – dieser war dann aber außer Vollzug gesetzt worden – herrschte Fassungslosigkeit in der Pusterer 3500-Seelen-Gemeinde. <BR /><BR />Klaus Lange und Klara Knapp waren als freundliches Paar bekannt, das eher zurückgezogen lebte. Teils in Landshut, teils in Gais, führten die beiden das „Institut für Transnationale Studien (ITS)“, das Veranstaltungen und Treffen, u. a. mit Schwerpunkt Asien organisierte. <BR />Die deutsche Bundesanwaltschaft verdächtigt nun das Paar, den chinesischen Geheimdienst über einen Zeitraum von 9 Jahren mit verschiedensten Informationen versorgt zu haben. <BR /><BR /><b>Viele Kontakte mit der Politik</b><BR /><BR />Lange betrieb eine gut vernetzte Denkfabrik, einen sogenannten Thinktank, mit internationaler Bedeutung. Diese Denkfabrik habe den Eheleuten den Kontakt zu vielen politischen Persönlichkeiten ermöglicht. Lange habe aber nicht nur über das Institut über viele hochrangige Ansprechpartner verfügt, er war auch jahrelang als Politikwissenschaftler in der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung tätig. Das Paar habe durch seine Tätigkeit – so der Verdacht – laufend Gelegenheiten gehabt, an die unterschiedlichsten Informationen zu gelangen.<BR /><BR /> Im Juni 2010 seien die beiden während einer Vortragsreise nach Schanghai von einem Mitglied eines chinesischen Geheimdienstes angeworben worden. „In der Folgezeit bis November 2019 übermittelten beide dem chinesischen Geheimdienst im Vorfeld oder Nachgang von Staatsbesuchen oder multinationalen Konferenzen sowie zu bestimmten aktuellen Fragestellungen regelmäßig Informationen“, heißt es im Anklagesatz gegen die beiden.<BR /><BR /><b>Was China bezahlte</b><BR /><BR />Wie die Bundesanwaltschaft weiters mitteilte, seien dem Paar als Gegenleistung für die beschafften Informationen die Reisekosten zu den Treffen mit den chinesischen Nachrichtendienstmitarbeitern rückerstattet worden. Auch habe man ihnen ein Rahmenprogramm um die Zusammenkünfte finanziert und ein Honorar ausgezahlt.<BR />