Die Eisheiligen sind Geschichte, die sommerlichen Temperaturen locken ins Schwimmbad. Bei aller Vorfreude auf die neue Badesaison gilt es jedoch auch, einige Gefahren im Hinterkopf zu behalten. Denn passieren kann im Schwimmbad so einiges – vom Sturz auf den rutschigen Fliesen über einen Bienenstich bis hin zum schlimmsten aller Fälle: dem Ertrinken.<BR /><BR />Welche die fünf größten Gefahren sind und was man tun kann, damit es erst gar nicht so weit kommt, erklären hier zwei Experten: Alex Puska, geprüfter Rettungsschwimmer bzw. Bademeister, Ausbilder beim Weißen Kreuz sowie seit <?Uni SchriftWeite="97ru"> 2004 Erste-Hilfe-Ausbilder für angehende Bademeister beim Italienischen Schwimmverband/Sektion Rettung, sowie Luca Felisatti, Koordinator des Italienischen Schwimmverbandes Südtirol.<?_Uni> <BR /><BR /><h3> Ertrinken und Beinahe-Ertrinken</h3>Zugegeben, es ist der Extremfall. Aber hierbei gilt laut Puska und Felisatti: In besonderem Maße gefährdet sind Kinder, die leise und unbemerkt ertrinken können, u.a. deshalb, weil sich die Stimmritze als Schutzmechanismus des Körpers zusammenziehe, damit das Wasser nicht in die Lunge eindringt. Kinder könnten dann nicht schreien und wehrten sich nicht. Puskas und Felisattis grundsätzlicher Rat deshalb: Bevor Kinder nicht sicher schwimmen können, niemals aus den Augen lassen!<BR /><BR />Das sogenannte „sekundäre Ertrinken“ betrifft laut Alex Puska vor allem Kleinkinder. Dabei scheint sich die gerettete Person zunächst zu erholen, entwickelt später aber Beschwerden wie Husten, Atemprobleme oder Teilnahmslosigkeit. Ursache ist eingeatmetes Wasser in der Lunge, das zu schwerem Atemversagen führen kann. Bei Verdacht sollte sofort die Notaufnahme aufgesucht werden.<h3> Kreislaufprobleme & Kälteschock</h3> Eine weitere Gefahr, die nicht unterschätzt werden sollte: Der plötzliche Kontakt mit kaltem Wasser kann gefährlich werden – Stichwort: Kälteschock. Das kann zu Kreislaufkollaps, Krämpfen und in schweren Fällen zu Herzinfarkten führen, heißt es vonseiten der beiden Experten. Ihr Rat: den Körper zuerst abkühlen, statt sofort ins kalte Wasser zu springen. Eine kalte Dusche oder das Eintauchen der Füße helfen bei der Gewöhnung an die Temperatur.<BR /><BR />Auch das Verhalten nach dem Essen spielt eine Rolle: Wer direkt nach einer Mahlzeit ins Wasser geht oder sich stark anstrengt, ris<?TrVer> kiert Schwindel oder Kreislaufprobleme. Wichtig ist daher, dem Körper ausreichend Zeit für die Verdauung zu geben.<BR /><BR /><h3> Stürze und Sprungunfälle</h3>Nicht nur im Wasser, auch rund um das Schwimmbecken lauern Gefahren. Gerade junge Menschen neigen mitunter zu riskanten Beckensprüngen, die schwere Verletzungen nach sich ziehen können. Auch Ausrutscher auf nassen Fliesen oder Steinböden zählen zu den häufigsten Unfallursachen im Freibad. Abschürfungen, Schnittwunden oder auch Verstauchungen können die Folge sein. Umso wichtiger seien vorsichtiges Verhalten und die Einhaltung der Sicherheitsregeln – ebenso wie die Aufsicht durch Bademeister auf Sprungtürmen und -brettern.<h3> Medizinische Risiken und Vorerkrankungen</h3>Für Menschen mit Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Problemen oder Epilepsie besteht ein zusätzliches Risiko beim Schwimmen. Felisatti und Puska empfehlen diesbezüglich, vorab ärztlichen Rat einzuholen, um die individuelle Eignung und mögliche Vorsichtsmaßnahmen abzuklären. Wichtig ist zudem, nicht allein zu baden, sondern von einer Person begleitet zu werden, die im Notfall reagieren kann. Das gilt besonders in offenen Gewässern wie Seen, Flüssen oder dem Meer.<h3> Hygiene und Umweltgefahren</h3>Im Schwimmbad bestehen auch mikrobiologische Risiken, da sich Bakterien, Viren und Parasiten im Wasser und auf nassen Oberflächen leicht verbreiten können. Deshalb ist die Einhaltung der Hygieneregeln wichtig, wie sowohl Puska als auch Felisatti betonen.<BR />Hinzu kommen Insektenstiche, etwa durch Bienen oder Wespen. Für die Erstversorgung sind die Bademeister ausgebildet. Aber: Prävention lautet hier das Stichwort. Dazu gehören z.B. neben dem Tragen von geeignetem Schuhwerk auf der Wiese (statt barfuß) auch die Beseitigung von Nahrungsquellen. Denn Bienen & Co. werden von süßen Lebensmitteln angezogen. Am besten sollten diese also nicht im Freien offen stehen gelassen werden.<h3> Die Suche nach dem Personal und KI als künftiger Helfer</h3> Abgesehen von den Gefahren im Schwimmbad treibt Alex Puska und Luca Felisatti die Sorge um genügend Bademeister für die beginnende Saison um; vor allem im Vinschgau und Pustertal. Durch künstliche Intelligenz können diese nämlich noch nicht ersetzt werden. Wobei: Es gebe erste Kamerasysteme zur gezielten Beckenüberwachung bzw. Alarmierung. Bislang würden diese hierzulande aber nicht eingesetzt. Noch nicht.