Mittwoch, 11. März 2020

Die Bitte einer Krankenschwester: „Lasst unsere Mühen nicht umsonst sein“

„Ich habe Angst, nicht davor, einkaufen zu gehen, sondern zur Arbeit zu gehen“, schreibt Alessia Bonari auf Instagram. Sie ist Krankenschwester in einem italienischen Krankenhaus und beschreibt ihren Alltag in Zeiten von Corona. Und sie hat eine Bitte an ihre Mitbürger.

Krankenschwester Alessia Bonari ist körperlich und mental am Limit – wie fast alle, die derzeit im Sanitätswesen arbeiten.
Krankenschwester Alessia Bonari ist körperlich und mental am Limit – wie fast alle, die derzeit im Sanitätswesen arbeiten. - Foto: © Alessia Bonari/Instagram
„Jeden Tag habe ich Angst, dass der Mundschutz mein Gesicht nicht gut abdeckt, dass ich mich fälschlicherweise mit einem schmutzigen Handschuh berührt habe oder dass die Brillen meine Augen nicht vollständig bedecken und etwas durchdringen könnte“, schreibt die Krankenschwester aus Grosseto auf Instagram.

„Ich bin körperlich erschöpft, weil die Schutzkleidung schmerzt, weil ich unter dem Kittel schwitze, und wenn ich die Schutzkleidung mal anhabe, darf ich 6 Stunden lang weder etwas trinken noch aufs Klo gehen. Ich bin mental erschöpft, wie alle meine Kollegen, die sich seit Wochen in derselben Situation befinden, aber wir machen trotzdem unsere Arbeit wie immer“, so Bonari weiter.

„Kann mir den Luxus, zu Hause zu bleiben, nicht leisten“

Sie werde sich weiterhin um ihre Patienten kümmern, weil sie stolz auf ihre Arbeit sei und diese mit Liebe ausführe.

„Ich bitte alle, die diesen Post lesen, unsere Mühen nicht zunichte machen, selbstlos zu sein, daheim zu bleiben und so jene zu schützen, die schwächer sind“, schreibt Bonari.

„Wir Jungen sind nicht immun gegen das Coronavirus, auch wir können daran erkranken, oder noch schlimmer, andere anstecken. Ich kann mir den Luxus nicht leisten und zu Hause in Quarantäne bleiben, ich muss arbeiten und meinen Beitrag leisten. Tut auch ihr das, ich bitte euch.“



Alle Artikel sowie die interaktive Weltkarte mit allen aktuellen Zahlen in Sachen Coronavirus finden Sie hier.

liz

Schlagwörter: