Mittwoch, 30. September 2015

Die Chance auf Rettung lebt: Wipptal macht Druck

Der Vinschgau und das Wipptal halten heute die Luft an: Der Landeshauptmann ist in Rom. Dort will er über die Zukunft der Geburtenabteilungen verhandeln. Am Abend zuvor machte der nördlichste Bezirk des Landes noch einmal Druck.

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Foto: © shutterstock

Die Gemeinderäte des Wipptals – also jene von Sterzing, Ratschings, Pfitsch, Freienfeld, Brenner und Franzensfeste – waren am Dienstagabend zu einer gemeinsamen Sitzung in Sterzing zusammengekommen. Das einzige Thema auf der Tagesordnung war ein emotionales: das Sterzinger Krankenhaus. Am Ende des Abends stand eine Resolution.

Die Forderungen der Wipptaler

Die Bürgermeister von Sterzing, Ratschings, Pfitsch, Brenner und Franzensfeste sowie der kommissarische Verwalter von Freienfeld fordern darin die Landesregierung auf, zehn Punkte unbedingt zu erfüllen: Der Fortbestand des Krankenhauses mit den derzeitigen Kernabteilungen mit Primaren müsse garantiert werden. Das Konzept der onkologischen Zertifizierung müsse überdenkt werden. Die Sterzinger Neuro-Reha sei mit dem nötigen Fachpersonal auszustatten und aufzustocken. Die Ziele und Strategien der Reform seien klar zu kommunizieren und die Maßnahmen in Einvernehmen mit den Bezirken erfolgen.

Und nicht zuletzt: Die Geburtshilfe müsse unbedingt erhalten werden. Diesbezüglich heißt es aus dem Wipptal wörtlich: „Die geburtshilflichen medizinischen Standards müssen sinnvoll sein, sodass sie auch in den kleineren Krankenhäusern eingehalten werden können.“

Südtirol und die ungeliebten Standards

Bekanntlich sehen die Standards vor, dass ab 1. Jänner 2016 bei jeder Geburt vier Fachkräfte, darunter ein Pädiater, anwesend sein müssen. „Ein Personalaufwand, der überzogen scheint und den der Arbeitsmarkt nicht hergibt“, sagt nun auch der Landeshauptmann.

Während die Geburtshilfe Innichen am 31. März geschlossen wurde, war der Entscheid über die Geburtshilfen Sterzing und Schlanders ausgesetzt worden. Man wolle die Möglichkeit anderer Sicherheitsauflagen auszuloten, hieß es.

Kompatscher in Rom

Und so wird Kompatscher, gemeinsam mit seinem Trentiner Amtskollegen Ugo Rossi, heute in Rom vorstellig. Dort will er mit dem Vize-Minister eine neue Version zu den Sicherheitsstandards in den Geburtshilfen besprechen. Glaubt man den Südtiroler Vertretern vor Ort, ist Rom diskussionsbereit.

stol

 

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