Samstag, 12. März 2016

Die Chronik einer Katastrophe

Lawinendrama im Ahrntal: Am Schneebigen Nock, dem zweithöchsten Berg der Rieserfernergruppe, hat sich am Samstagvormittag eine enorme Lawine gelöst. Die Schneemassen rissen 6 Menschen in den Tod. Unter den Toten: 5 Südtiroler.

Eine Lawine hat am Schneebigen Nock mehrere Menschen in den Tod gerissen.
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Eine Lawine hat am Schneebigen Nock mehrere Menschen in den Tod gerissen.

Die Katastrophe erschütterte das Pustertal am späten Vormittag: Mehrere kleine Gruppen Skitourengeher waren am Samstag zum Schneebigen Nock (3358 Meter) in der Rieserferner-Gruppe (hier finden Sie die Infos zum Unglücksberg) aufgestiegen. Gegen 11 Uhr befanden sich die Wintersportler an der Nordwestseite des Berges, knapp unterhalb des Gipfels. Dann brach die Katastrophe herein.

Auf der Höhe eines sogenannten „Skidepots“ – dort lassen Skitourengeher des Öfteren ihre Skier zurück und absolvieren die letzten Meter bis zum Gipfel zu Fuß – löste sich eine Lawine (in Südtirol herrschte am Samstag Lawinengefahr der Stufe 2, mäßig). Die Dimensionen: enorm. Die Lawine brach an der gesamten Breite des Gipfels ab und walzte sich über 700 Höhenmeter ins Tal.

6 Tote: Darunter 5 Pusterer

Die Schneemassen donnerten zu Tal, rissen die Skitourengeher mit, begruben sie unter sich. 15 Personen wurden verschüttet.

Bei Eintreffen der Rettungskräfte hatten sich bereits 8 Personen selbst befreit. Eine Frau wurde gerettet, abtransportiert und ins Brunecker Krankenhaus eingeliefert – leicht verletzt. Bei der verletzten Person handelt es sich um eine Österreicherin. Ihr Zustand sei nicht besorgniserregend, berichteten die Rettungseinheiten. Sie ist die Einzige, die die Rettungskräfte noch lebend aus den Massen bergen konnten.

Für 6 andere Skitourengeher kam jede Hilfe zu spät. 5 der 6 Todesopfer stammen aus Südtirol, beim sechsten handelt es sich um den Nordtiroler Horst Wallner, Direktor der Wirtschaftskammer Tirol. Hier gelangen Sie zum Online-Kondolenzbuch.

Für zahlreiche Skitourengeher kam jede Hilfe zu spät. - Foto: D

 

Skitourengeher waren gut ausgerüstet

Ein Großaufgebot an Rettungskräften war bei der Lawine im Einsatz gestanden: Bergrettung, Feuerwehr, vier Hubschrauber, Lawinensuchhunde, Notfallseelsorge. 

Premier Matteo Renzi, der in Paris an einem Gipfeltreffen sozialdemokratischer Leader teilnahm, stand mit Italiens Zivilschutz in Verbindung, um sich über die Entwicklung zu informieren, verlautete es aus Regierungskreisen in Rom.

Foto: DLife/da

stol

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