Nach jahrzehntelangem Warten soll in den kommenden Wochen die die definitive Trasse für den Hörtenbergtunnel in Bozen stehen. Dann müssen sehr bald Entscheidungen fallen, um eines der wichtigsten Projekte für die Landeshauptstadt endlich weiterzubringen.<BR /><BR /><BR />„Wenig wahrscheinlich“ sei der Bau der Ursprungsvariante (siehe Grafik), mit der südlichen Zufahrt im Bereich des Allgemeinen Lagerhauses und der Kampiller Brücke am Bozner Boden, betont Landesrat Daniel Alfreider. <BR /><BR /><BR />„Verkehrstechnisch wäre diese stadtnahe Lösung gut, aber das Grundwasser macht eine Untertunnelung der Zone, in der es viele Wohngebäude gibt, technisch sehr aufwändig und damit teuer“, betont Alfreider. „Halten wir an dieser Trasse fest, würde das bedeuten, dass wir uns gewaltige Probleme förmlich suchen – für die Tunnelbauarbeiter und für die Menschen, die dort leben.“ Deshalb habe er die Techniker beauftragt, die Variante zu überprüfen. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1270467_image" /></div> <BR /><BR />„Die Planer haben daraufhin erklärt, dass es eine Alternative braucht, zumindest eine Studie, um einen Vergleich machen zu können. Denn alle Varianten im Talkessel, also im Stadtbereich, haben das Grundwasserproblem, jene im Berg nicht“, erklärt der Landesrat. <BR />Bei der Analyse möglicher Varianten für den Hörtenberg-Tunnel seien mehrere Kriterien berücksichtigt worden, darunter technische, geologische, hydrogeologische, bautechnische, landschaftliche, aber auch der Materialabtransport, denn die Logistik müsse gut geplant werden, sowie die Verkehrsflüsse. „Hauptziel bleibt, den Schwerverkehr zwischen Bozen und dem Sarntal dank des Tunnels von der Stadt fernzuhalten“, unterstreicht Alfreider. <BR /><BR /><BR /><b>„Jede mögliche Variante ist ein Kompromiss“</b><BR /><BR /><BR />Die Planung für eine konkrete Trassenführung sei schließlich, wie vorgesehen, Ende 2025 abgeschlossen worden. „Da wir in Kürze mit der Stadtgemeinde Bozen reden, brauchen wir aber auch noch aktuelle Verkehrsdaten, um zu verstehen, welche Auswirkungen die verschiedenen Trassenvarianten auf die Mobilität in der Landeshauptstadt haben“, so der Landesrat zum Stand der Dinge. <BR /><BR /><BR />Für die Tunnelzufahrt in Richtung Sarntal gebe es drei Varianten, sechs für die südliche im Bereich zwischen der Kampiller Brücke und dem Mila-Milchhof und etwas weiter nördlich. Zwar sei dort die Autobahnzufahrt nahe, die Stadtmitte liege jedoch abseits, was die Straße in Richtung Kampiller Brücke zusätzlich belasten würde. „Jede Variante ist ein Kompromiss und keine Variante ist ideal“, betont Alfreider, die Entscheidung stehe aber dennoch kurz bevor. <BR /><BR /><BR />„Wir sind fast so weit. Derzeit werden noch die Auswirkungen der möglichen Trassen auf die Verkehrsflüsse analysiert. Deshalb hat sich die abschließende Bewertung der Varianten um ein paar Wochen verzögert. Bis Mitte oder Ende Februar möchten wir einen konkreten Vorschlag für die Trasse machen.“ Bis dorthin also müssten die Techniker darlegen, welche der zehn Varianten sie nach der eingehenden Analyse seinem Ressort und der Stadtgemeinde Bozen vorschlagen. <BR /><BR /><BR />„Wir brauchen eine Entscheidungsgrundlage, auf die sich alle weiteren Planungen konzentrieren. Der Tunnel ist eines der wichtigsten Projekte des Landes und die Stadtgemeinde wird in die Entscheidung mit einbezogen, das ist sehr wichtig. Ab diesem Zeitpunkt wird das Projekt richtig in Schwung kommen“, betont Alfreider.<BR /><BR /><BR /><b>„Wir haben die Daten, um die Trasse festzulegen“</b><BR /><BR /><BR />Alle müssten die Wichtigkeit dieses Projektes ernst nehmen, um voranzukommen. Es brauche eine Entscheidung und einen Konsens. „Laut jetzigen Planungen, die auf dem Tisch liegen, ist es möglich, bis Mai eine fixe Trasse zu haben. Wir haben bald die Daten, um das zu entscheiden. Wenn alle mithelfen, würde ich mir wünschen, dass wir dann auch eine Entscheidung treffen. Dazu braucht es den Konsens aller beteiligten Parteien, dann kann die konkrete Planung des Hörtenberg-Tunnels starten“, erklärt Alfreider.<BR /><BR /><BR /> Sobald die Entscheidung für eine Trasse gefallen sei, „wird es drei bis vier Jahre dauern, bis der eigentliche Bau beginnen kann.“ <BR /><h3> Hörtenberg-Tunnel: Daten und Zahlen</h3><BR />Der Tunnel soll zwischen 1,8 und zwei Kilometer lang sein – je nach Trassenführung. Geplant sind je eine 3,75 Meter breite Spur pro Fahrtrichtung, zwei Randstreifen zu je einem halben Meter, zwei Gehsteige zu je einem Meter, fünf Rettungsstollen, eine mechanische Entlüftung sowie ein Abzugskamin. Kosten laut Stand heute: rund 200 Millionen Euro. Geschätzte Bauzeit: drei bis vier Jahre.