Glaubt man den Meldungen aus Deutschland, so sollte der Höhepunkt der Grippewelle eigentlich überwunden sein. „Die Fallzahlen sind aber immer noch sehr hoch“, sagt Hausarzt Eugen Sleiter. <BR /><BR /><BR />Wer glaubt, der Grippe entronnen zu sein, täuscht sich. Und auch wer sie bereits abgekriegt hat, kommt lange nicht aus dem Jammertal heraus. <BR /><BR /><BR />Begleiterscheinung der diesjährigen Influenza ist nämlich ein hartnäckiger, trockener Husten, der die Betroffenen oft 4 bis 6 Wochen, nachdem sie das Bett verlassen haben, immer noch begleitet. „Blutbild in Ordnung, Lungen abgehört und in Ordnung, aber der Husten bleibt“, beschreibt es Dr. Sleiter.<BR /><BR /><BR />Die Menschen seien es heutzutage gewöhnt, 5 Tabletten einzuwerfen und weiter geht’s. „Zumindest bei jungen und gesunden Menschen muss man dem Körper aber Zeit geben“, so Dr. Sleiter. <BR /><BR /><BR />Bis dahin seien alte Hausmittel wie Inhalieren mit Kochsalz nicht schlecht. Detail: Senioren in den Heimen „schlüpfen“ dank Impfungsrate übrigens gut durch die Grippewelle. „Meine Hauptkundschaft ist zwischen 30 und 40 Jahre alt“, so Dr. Sleiter. Eine Rolle spiele auch die trockene Luft und der beginnende Pollenflug.<BR /><BR /><BR />Auch die Pusterer Hausärztin Astrid Marsoner hofft, dass die Welle langsam abklingt. „Noch aber kämpfen viele mit hohen Fieberschüben und anhaltend trockenem Husten“, sagt Dr. Marsoner. <BR /><BR /><BR />Eben weil dieser so trocken sei, reize jeder Huster auch selbst die Atemwege. Es spielen aber auch Umweltfaktoren wie die noch teils kalte Außenluft, von der man in beheizte Räume wechselt, eine Rolle.<BR /><BR /><BR /> Es habe lang nicht mehr geregnet, weshalb es um die Luft nicht zum Besten stehe. Marsoners Patienten kommen „quer durch den Gemüsegarten aus allen Altersstufen“. Ältere Bevölkerungsgruppen seien zwar sensibler, aber durch die hohe Durchimpfungsrate besser geschützt, die zumindest den Verlauf der Grippe mäßigt. <BR /><BR /><BR />„Dabei richtet sich die Impfempfehlung nicht auf das Alter allein, sondern gilt für alle, die viel Kontakt mit anderen Personen haben“, so Dr. Marsoner. Ihr Tipp: Viel trinken, gut lüften, aber auch Hustenmittel, die den Reiz unterdrücken.<BR /><BR /><BR />Nicht für alle läuft die Grippe glimpflich ab. „Derzeit haben wir einige Patienten mit Lungenentzündung auf der Station und die Innere Medizin ebenfalls“, berichtet die Primaria der Abteilung Infektionskrankheiten am Bozner Krankenhaus, Elke Erne. <BR /><BR /><BR />Betroffene hätten Tage mit Fieberschüben hinter sich und kommen mit Atembeschwerden in die Notaufnahme. Umwelteinflüsse seien da weniger ausschlaggebend. <BR /><BR />„Es geht um virale und dann sukzessiv öfter bakterielle Lungenentzündungen“, sagt Dr. Erne. Sehr betagte Menschen, die meist geimpft sind, seien derzeit weniger betroffen als das „Mittelalter“ rund um die 60 Lenze.