Dienstag, 11. Oktober 2016

Die größte ihrer Art: „Sailing Yacht A“ setzt erstmals die Segel

Mit 143 Metern ist die „Sailing Yacht A“ die größte Segel-Yacht der Welt. Demnächst soll der Kieler Neubau auf der Ostsee das erste Mal die Segel setzen – vollautomatisch. Das Ganze hat einen stolzen Preis. Für den russischen Milliardär Andrej Melnitschenko ist das aber kein Problem.

Wie groß die "Sailing Yacht A" wirklich ist, erkennt man am besten bei Betrachtung der 5 Menschen am Bug des Schiffes.
Wie groß die "Sailing Yacht A" wirklich ist, erkennt man am besten bei Betrachtung der 5 Menschen am Bug des Schiffes. - Foto: © APA/DPA

Saunalandschaft, großes Heimkino unter Deck, eigenes Unterseeboot an Bord – viele Super-Yachten protzen nur so mit Luxus. „Solange es bezahlt wird, gibt es bei der Ausstattung keine Grenzen“, sagt Claus-Ehlert Meyer. Der Geschäftsführer des Deutschen Boots- und Schiffbauer-Verbandes beobachtet außerdem, dass die Yachten „immer voluminöser werden“. Diesen Trend bestätigt die in Kiel gebaute größte Segelyacht der Welt: Die „Sailing Yacht A“ ist knapp 143 Meter lang und fast 25 Meter breit.

Nur 7 Motoryachten sind länger

Nur 7 Motoryachten gibt es laut der Fachzeitschrift „Boote exclusiv“ auf den Weltmeeren, die noch länger sind als der Dreimaster der Kieler Werft German Naval Yards. Mit 180 Metern Länge führt die bei Lürssen in Bremen gebaute „Azzam“ die Liste derzeit an, gefolgt von der 163 Meter langen „Eclipse“, die in Hamburg bei Blohm+Voss entstand. „Ich glaube nicht, dass in Zukunft noch einmal eine größere Segelyacht als die ‚A‘ gebaut wird“, sagt „Boote exclusiv“-Chefredakteur Marcus Krall.

Die "Sailing Yacht A" bei ihren Testfahrten in der Ostsee. - Foto: apa/dpa

Seit Tagen erprobt die Kieler Werft ihren Neubau in der Ostsee. Das Unternehmen äußert sich zu den Probefahrten aber nicht. In deren Rahmen steht nach dpa-Informationen demnächst das erste Segelsetzen an. Das geschieht an den bis zu 90 Meter hohen, silbernen Masten automatisch. Die Segelfläche beträgt mehr als 3700 Quadratmeter – das entspricht etwa der Hälfte der Fläche eines Fußballplatzes.

Kosten: Mindestens 200 Millionen Euro

Auftraggeber des keilförmigen Dreimasters mit futuristischem Design ist der russische Milliardär Andrej Melnitschenko. „Mindestens 200 Millionen Euro wird es ihn kosten“, sagt Experte Krall. „Das Volumen der Yacht ist absolut gigantisch.“ Offizielle Angaben gibt es dazu nicht. Auf den Preis eines Neubaus kann man Experten zufolge weniger von der Länge schließen, eher vom Volumen.

Je ausgefallener die Wünsche, desto höher der Preis. „Standards gibt es dabei eigentlich nicht“, sagt Meyer. Die „Sailing Yacht A“ beispielsweise verfügt unterhalb der Wasserlinie über eine Panorama-Lounge und neben Beibooten auch über ein eigenes U-Boot.

Über 50 Mann Besatzung

Und was kostet der Betrieb einer Superyacht wie der aus Kiel? „Jährlich fallen Betriebskosten in Höhe von bis zu zehn Prozent des Kaufpreises an“, sagt Krall. Die kolportierten 54 Männer und Frauen Besatzung seien im Vergleich zu so mancher reinen Motoryacht noch relativ wenig. „Unterm Strich sind die Eigner solcher Yachten im Jahr nur rund vier Wochen damit unterwegs.“ Den Rest der Zeit liegen die Schiffe im Hafen oder sind unterwegs, um gewünschte Reviere zu erreichen. „Denn deren Eigner fahren meist keine längeren Strecken damit.“

dpa

stol