Wie kommt man aus heiterem Himmel auf die Idee, Yachten zu entwerfen? Diese Vision verfolgt Michele Chierici gemeinsam mit seiner Partnerin Marta Ghirardelli. Er, ein gelernter Schiffsbauingenieur, und sie, eine Architektin, die sich auf komplexe Bauprojekte spezialisiert hat: Passender hätte es wohl kaum sein können. <BR /><BR />„Die Idee hatten wir während eines Gesprächs über die Marine-Industrie und deren Herausforderungen“, blickt Ghirardelli zurück. „Es entstand eine spannende Diskussion – wir suchten nach Lösungen.“ Der Einfall der „grünen“ Yacht, die eine ansonsten umweltbelastende Branche revolutionieren soll, war geboren.<BR /><BR /><embed id="dtext86-67318682_quote" /><BR /><BR />Ein Projekt, für das Südtirol aufgrund seiner Ferne zum Meer im ersten Augenblick wie ein ungeeigneter Standort wirken mag. „Als wir jedoch das erste Mal den NOI Techpark besichtigten, war für uns klar: Hier ziehen wir ‚Santelmo‘ groß“, sagt Chierici. „Die Motivation unter den vielen Start-ups schien hoch und man schenkte unserer grünen Vision Achtung.“ Nicht zuletzt sei Bozen der ideale Standort, da hier seit Jahren Wasserstoff produziert wird.<h3> Eine Yacht ohne Emissionen</h3>Die Yacht von „Santelmo“ soll in der Tat mit Wasserstoff angetrieben werden – eine Besonderheit, die zahlreiche Vorteile mit sich bringt. „Wasserstoff ist weder für den Menschen noch für die Umwelt schädlich“, erklärt Chierici. „Die CO2-Emissionen bleiben aus.“ Weiters sei das Fahrerlebnis viel komfortabler, da es geräuschlos sowie frei von lästigen Vibrationen und Abgasgerüchen abläuft.<BR /><BR />Hergestellt werden sollen die Yachten von „Santelmo“ aus einer Aluminiumlegierung. „Ein Material, das leicht recycelbar ist – und unendlich oft“, betont Chierici. Es sei umweltfreundlicher als Materialien wie Stahl. In einer umweltbelastenden Branche erweist sich „Santelmo“ als grüne Alternative. „Wir wollen es möglich machen, das Meer zu genießen, ohne es dabei zu verschmutzen“, so Marta Ghirardelli.<BR /><BR /><embed id="dtext86-67318686_quote" /><BR /><BR />Die Zentrale von „Santelmo“ befindet sich zwar in Südtirol, aber die Konstruktion der Yachten wird nicht hierzulande stattfinden. „Darum kümmert sich eine renommierte italienische Werft“, sagt Ghirardelli. Die Konstruktion des Prototypen beginnt in wenigen Monaten. Das genaue Datum wollen die beiden Jungunternehmer noch nicht preisgeben.<BR /><BR />Ghirardelli und Chierici sind in einer Branche tätig, die hohe Investitionen erfordert, um Fuß fassen zu können. „Gleichzeitig ist es ein Sektor, der in den letzten 10 Jahren ein starkes Wachstum verzeichnet hat“, so Ghirardelli. Sie ist überzeugt davon, dass ein innovatives Projekt wie das ihre belohnt wird.