Um die Geschichte des Plappersteins sichtbar zu machen, wurde der Osttiroler Künstler Lois Fasching von der Gemeinde Tirol mit einer Skulptur beauftragt. Diese wurde am Sonntag von Pfarrer Edmund Ungerer gesegnet.<BR /><BR />Bürgermeister Erich Ratschiller merkte an, dass der Bildungsausschuss seit längerer Zeit Plätze und Einrichtungen in Erinnerung rufe, die früher eine große Bedeutung gehabt hätten, heute aber nicht mehr mit der Geschichte des Dorfes, dem sozialen Leben früherer Zeiten oder der einstigen wirtschaftlichen Tätigkeit in Verbindung gebracht würden. Beim Plapperstein habe man etwas Bleibendes schaffen wollen und dafür eine Skulptur gewählt.<h3> Bis in die 1960er Jahre verwendet</h3>Der Ethnologe Siegfried de Rachewiltz ging auf den geschichtlichen Hintergrund des Plappersteins ein. Von ihm informierten Herolde über Jahrhunderte über wichtige Ereignisse. So wurde beispielsweise aufgerufen, am 22. Februar, zu „Petri Stuhl“, am „Taiding“, einer Bürgerversammlung teilzunehmen, bei der auch gewählt wurde. „Der Stein verbindet Vergangenes mit der Gegenwart“, sagte de Rachewiltz. <BR /><BR />Luis Vieider war in den 1960er Jahren der letzte Verkünder. Er verbreitete die Gemeindenachrichten, die heute auf der Anschlagtafel stehen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="973360_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><BR />Lois Fasching, der bereits 2-mal auf Schloss Tirol ausgestellt hat, blickte auf sein erstes Treffen mit Bürgermeister Ratschiller zum Thema Plapperstein zurück. „Ich habe mir gedacht: Wie cool ist diese Geschichte“, erzählte er. Nach einem Gespräch mit de Rachewiltz entwarf Fasching einen Vorschlag für eine Skulptur, den der Tiroler Gemeinderat guthieß. Der Künstler verband seinen typischen Stil, die Kettensägenarbeit, erstmals mit Wachs. Gegossen wurde die Skulptur des Ausrufers in der Kunstgießerei Dirler in Marling.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="973363_image" /></div> <BR /><BR />Pfarrer Edmund Ungerer sagte vor dem Segen: „Wir leben in einer Gesellschaft, die über soziale Medien kommuniziert. Die Skulptur erinnert uns daran, dass die Menschen in der Vergangenheit miteinander gesprochen haben. Wir sollten wieder versuchen, von Angesicht zu Angesicht miteinander zu sprechen.“ Die Segnungsfeier, die auf viel Interesse stieß, endete mit einem Umtrunk, den der Bildungsausschuss anbot.<BR /><BR />