Konsumentinnen und Konsumenten greifen immer öfter zu Lebensmitteln, die nachhaltig produziert werden. Daher müssen sich auch die Apfelbauern im Land diesem Trend anpassen, wenn ihre Produkte nicht zu Ladenhütern werden sollen.<BR /><BR />Nachhaltigkeit ist in aller Munde, auch und gerade in der Welt der Unternehmen. Nicht anders verhält es sich mit den Vinschger Obst- und Gemüsegenossenschaften. Auch sie müssen und wollen den Zug in Richtung Nachhaltigkeit nicht verpassen. Nicht zuletzt sind es Anforderungen der Kunden und Märkte, die man seit vielen Jahren erfolgreich erfüllt und auch weiterhin erfüllen will.<BR /><BR />Zu diesen Kriterien gehört, dass Kunden und Kundinnen immer öfter danach fragen, wie ein Produkt hergestellt wurde. Einsatz von Pestiziden oder Kunststoffen, schlechte Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter und dergleichen mehr sind – und werden verstärkt – für viele Menschen kaufentscheidend.<BR /><BR />Das alles weiß auch Martin Pinzger, der Direktor des Verbandes der Vinschger Obst- und Gemüseproduzenten (VI.P). Er betont, dass man sich nicht erst seit gestern mit der Nachhaltigkeit befasse. Das Thema sei wichtig und mittlerweile überall angekommen, auch in der Vinschger Obstwirtschaft und den vielen Bauern im Tal. Bei den Abläufen z. B. der Produktion gibt es viele Ansatzpunkte, bei denen man sich bereits seit langem seine Gedanken mache, wobei es aber natürlich immer Verbesserungspotenzial gebe. „Wir sind auf dem Weg“, sagt Pinzger dazu.<h3> Alles ist dem Nachhaltigkeits-Check unterworfen</h3>Verpackung, Qualitätskontrolle, Marketing, aber natürlich eben auch die Produktion an sich – immer wieder komme man in Berührung mit dem Thema Nachhaltigkeit. Pinzger betont, dass sich die Landwirtschaft grundsätzlich als „grün“ empfindet und auch die soziale Nachhaltigkeit seit vielen Jahren wichtiger Bestandteil der VI.P-Arbeit sei. Immerhin gebe es rund 1500 kleine Familienbetriebe im Einzugsgebiet; das dürfe man nicht vergessen. Diesen sichere man Einkommen und Sicherheit, gleichzeitig sorgt die Landwirtschaft für Arbeitsplätze und Wertschöpfung über den reinen Bauernbereich hinaus.<BR /><BR />Bisher habe man über Nachhaltigkeit im Rahmen einer Arbeitsgruppe gesprochen, die sich vor rund einem Jahr konstituiert habe. Dabei seien Bereiche wie eben Marketing oder Verpackung gebündelt worden. Da man sich aber durchaus weiter verbessern will, gibt es seit kurzem mit Viktoria Alber eine eigene Nachhaltigkeits-Beauftragte. Es habe den Bedarf für diese Stelle gegeben, fasst Pinzger zusammen.<h3> Nachhaltigkeit als Trend und als Notwendigkeit</h3>Nachhaltig ist durchaus auch die Zusammenarbeit mit den Imkern, denn ohne diese und ihre kleinen Mitarbeiterinnen wird es Obstwirtschaft über kurz oder lang nicht mehr bzw. nur begrenzt geben. Um das leidige Problem der Pestizide anzugehen, versucht man auch, den Einsatz von natürlichen Gegenspielern zu intensivieren und auf mechanische Unkrautbekämpfung zu setzen. Die Obstwirtschaft ist sich also der Tatsache bewusst, dass Nachhaltigkeit in diesem Sinne letzten Endes effektiv notwendig ist – und nicht nur kaufentscheidend wirkt.