Bevor sich ein Schüler der Grundschule Wolff für eines der angebotenen Menüs, bestehend aus Vorspeise, Hauptspeise und Gemüse, entscheidet, kostet er jedes Gericht, auch nur ein bisschen; schmeckt es dem Schüler, kann er mehr davon bekommen, auch eine zweite Portion, aber nicht mehr als die im Rezeptbuch angegebene Menge. Die unangetasteten Lebensmittel, die die Kinder nicht essen wollten, können dann an die Lebensmittelbank gespendet werden.<BR /><BR />Bevor sie in die Mensa gehen, lesen die Kinder gemeinsam mit der Lehrkraft den täglichen Speiseplan durch. Die Kinder melden sich dann selbstständig, nach Klassen aufgeteilt, an der Ausgabestelle für das Menü. Das gesamte Essen wird, in der vom Kind gewünschten Menge, auf einem neuen 3-teiligen Teller serviert. Die Kinder räumen den Tisch schließlich selbst ab und leeren die Essensreste in den Eimer, was ihnen hilft, den Wert von Lebensmitteln schätzen zu lernen und Abfälle zu vermeiden.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1114329_image" /></div> <BR />„Das Bewusstsein der Schüler dafür wird dadurch gestärkt. Wenn sie sich zu viel geben haben lassen und sie es nicht essen, muss es von ihnen selbst weggeworfen werden“, erklärt Schulstadträtin Johanna Ramoser. „Deshalb gehen sie jetzt respektvoller mit Lebensmitteln um, was eines der Ziele des Projektes ist.“ Ramoser hat alle Kinder der Wolff-Schule ein Jahr nach dem Beginn des Projekts getroffen und sich bei den Schülern bedankt hat, „da sie ihre Teilnahme am Projekt sehr ernst genommen und mit viel Einsatz durchgeführt haben.“ <BR /><BR />Das Kantinenpersonal richtet die Tische im Voraus mit Tischsets, Servietten, Besteck, Gläsern und Wasserkrügen her; Brot, Kuchen und Obst werden in speziellen Schalen für jede Klasse vorbereitet und den Lehrern zur Verfügung gestellt, die für die Verteilung in der Kantine oder im Klassenzimmer verantwortlich sind. Kinder mit Diätkost erhalten ihre Tabletts direkt von der Diätassistentin an dem ihnen zugewiesenen Ort.<BR /><BR /><h3> „Die Kinder essen jetzt mehr Gemüse“</h3>„Gerichte, die früher abgelehnt wurden, werden jetzt in kleinen Mengen probiert. Oft ist diese kleine Kostprobe erfolgreich und das Kind bittet das Kantinenpersonal um eine zweite Portion. Die Kinder essen jetzt zum Beispiel mehr Gemüse. Insgesamt sind die Abfälle in der Schule zurückgegangen, da der Schüler das Gericht kennt und weiß, ob er es für den Rest des Schuljahres auf der Speisekarte auswählen wird, oder eben nicht“, erklärt Schulstadträtin Johanna Ramoser.<BR /><BR />„Die Erfahrung der vergangenen Monate in der Grundschule zeigt, dass die Überschüsse, also die Lebensmittel, die nicht von den Kindern ausgewählt wurden, und die an die Lebensmittelbank gespendet werden, gesunken sind, da die Kinder gelernt haben, neue Lebensmittel zu probieren und zu schätzen. Bisher wurde ihnen die Portion zugewiesen. Jetzt achten sie darauf, wie viel sie vom selbst gewählten Gericht auf ihrem Teller haben wollen, da sie weniger oder nichts wegwerfen wollen.“<BR /><BR /><h3> Im Kindergarten keine Lösung</h3>Dank der Erfahrungen an der Grundschule Wolff, haben sich die Grundschule Chini und die Grundschule Rodari dem Projekt angeschlossen, erklärte Ramoser. Bald werde auch die Grundschule S.F. Neri folgen. „In Schulmensen mit mehreren Turnussen wird es schwierig sein, das Projekt umzusetzen, aber wir werden die Erfahrung der anderen Schulen ebenfalls berücksichtigen“, so Ramoser.<BR /><BR />In Kindergärten werde das Konzept nicht eingeführt, da die Kinder dafür noch zu klein seien. „Dort wird ab dem kommenden Schuljahr ein vegetarisches Menü und tierisches Lab eingeführt, da es viele Anfragen von Eltern gab“, so die Stadträtin für Bildung.