Rachewiltz, die in Gais aufgewachsen war, trat schon früh in die Fußstapfen ihres berühmten Vaters, dessen Bücher sie unter anderem ins Italienische übersetzte. Auch machte sie mit eigenen literarischen Werken von sich reden. <BR /><BR />Erst im November war die damals 100-Jährige von Bürgermeisterin Katharina Zeller zur Ehrenbürgerin der Stadt Meran ernannt worden. <BR /><BR />Mary de Rachewiltz, die zuletzt auf der Brunnenburg in Dorf Tirol lebte, starb am Freitag – nur wenige Tage nach ihrem 101. Geburtstag – im Kreise ihrer Familie. <h3> Zur Person</h3>Mary de Rachewiltz wurde am 9. Juli 1925 als einziges Kind des Dichters Ezra Pound und der Geigerin Olga Rudge in Brixen geboren. Sie wurde am Samerhof in Gais in Taufers als Pflegekind aufgezogen – daher auch ihr Namen „Samer-Moidile“.<BR /><BR />Dort verbrachte Mary eine naturverbundene und glückliche Kindheit, teilte das karge Leben einer Kleinbauernfamilie und konnte Arbeit, Brauchtum, Sprache und Weltanschauung kennenlernen. In ihrer Jugend öffnete sich ihr auch die literarische und musikalische Welt ihrer Eltern in Venedig, Siena und an der ligurischen Küste; unter Anleitung ihres Vaters begann sie, zu schreiben und die Cantos zu übersetzen.<BR /><BR />Nach ihrer Hochzeit mit dem Ägyptologen Boris de Rachewiltz 1946 kam sie nach Südtirol – auf die Brunnenburg. Mary de Rachewiltz schrieb in englischer und italienischer Sprache, sprach Deutsch und Französisch und beherrschte nach wie vor den Pustertaler Dialekt ihrer Kindertage.